Blogbeitrag
23 | 022011
Windows 7 – Service Pack 1
Mein Erfahrungsbericht
Geschrieben von Stefan um 14:49 Uhr
Seit dem 22.02.2011 ist das Service Pack 1 für Windows 7 und Windows Server 2008 R2 offiziell für alle zum Download freigegeben. Hierzu gab es ja mittlerweile viele News zu diesem Thema.
Die Veröffentlichung war auch interessant für mich, deshalb habe ich mich am gestrigen Abend einmal an das Service Pack 1 herangewagt. Wie es ausging? Hier mein Erfahrungsbericht.
Man kennt ja den Spruch „Never touch a running system“. Aber in Bezug auf Sicherheitsupdates für das Betriebssystem passt dieser Spruch in meinen Augen nur sehr begrenzt. Denn Updates sollten möglichst zeitnah durchgeführt werden, nur so ist die größtmögliche Sicherheit für das Betriebssystem gewährleistet.
Etwas anders sieht die Sache aber meist bei den Service Packs aus. Hier kommt eine ganze Batterie an Updates zusammen, die bei der Masse auch für Probleme sorgen können. Meist ist es gar nicht mal das Problem bei frischen Installationen, sondern bei den Systemen, die durch diverse Programme verändert wurden und gewachsen sind. Diese können unter Umständen für die kuriosesten Fehler bei der Installation eines Service Packs sorgen und hier eine Fehlerquelle auszumachen, kann zur berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen werden. So kann es nicht immer sinnvoll sein, sich gleich auf ein neu veröffentlichtes Service Pack zu stürzen, da dies unter Umständen für einen Komplettausfall des Systems sorgt. Dann hilft oft nur noch das Einspielen eines Backups (wenn man eines hat).
Die Installation
Dennoch habe ich gestern den Schritt gewagt und mich an die Installation gemacht. Zuerst habe ich mir das passende Service Pack aus dem Downloadbereich heruntergeladen, danach ein Backup des Systems erstellt, alle laufenden Programme geschlossen, kurz durchgeatmet und dann ging es los!
Gleich nach dem Start der Installation kam schon die erste Fehlermeldung:
Aber gut, das ist ja schnell erledigt, ich wollte die ganze Zeit schon aufräumen auf der Festplatte!
Man sollte etwas Zeit einplanen, die Installation dauert gut und gerne eine Stunde und mehr, je nach Schnelligkeit des Rechners. Man sollte aber alle weiteren Programme schliessen und in der Zwischenzeit am besten gar nichts am Rechner arbeiten.
Die Ernüchterung
Nach einer gefühlten Ewigkeit war dann die Installation durch und Windows verlangte nach einem Neustart. Doch hier war noch nicht Schluss, denn die Installation ging dann noch eine ganze Weile weiter, auch nach dem Neustart. Doch irgendwann kam das, was man nicht gerne liest:
Die Installation kann aufgrund eines Fehlers nicht abgeschlossen werden. Installation wird rückgängig gemacht.
Gut, da ist die Laune erst einmal im Keller, wenn man fast zwei Stunden in den Wind geschossen hat. Aber man muss ja aus den negativsten Erlebnissen noch etwas positives ziehen. Nochmal eine knappe Stunde gewartet, dann war die Installation rückgängig gemacht und das System startete auch fehlerfrei. Das war nicht immer so in früheren Tagen. (positiv denken!)
Gleich nach dem Einloggen erwartete mich auch gleich folgende Fehlermeldung:
Die Fehlersuche
Ich liebe solche aussagekräftigen Fehlermeldungen. Unter dem Link „Details“ kommt man zu einer Microsoft-Seite, auf der einem ein paar allgemeine Tipps gegeben werden für die Fehlerbehebung. Außerdem wird hier ein Systemupdate-Vorbereitungstool angesprochen, welches ich natürlich auch gleich heruntergeladen und getestet habe. Hier war ich aber auch schnell in einer Sackgasse, denn nach dem Starten des Updates passierte gar nichts. Der Prozess dümpelte vor sich hin, es gab keine Fehlermeldung und keinen Fortschritt bei der Installation.
Also versuchte ich, den letzten Trumpf auszuspielen und nach dem Fehlercode in der angezeigten Fehlermeldung zu suchen. Mein gebremster Optimismus zeigte sich dann aber als vorteilhaft, den einen Lösungsansatz hat mir diese Suche auch nicht gebracht.
Die Erlösung
Nun war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich fürs Erste mit dem Service Pack abgeschlossen hatte. Doch plötzlich ploppte unten rechts eine Meldung in der Taskleiste auf, dass neue Updates gefunden wurden. Und siehe da, einen Blick später tauchte über das Windows Update als empfohlenes Update das Service Pack 1 auf.
Ich dachte mir, schlimmer kann der Abend nicht werden und startete die Installation. Im Vergleich zu der heruntergeladenen Datei war das Service Pack im Updatefenster ganze 80 MB groß. Schon mal ein Unterschied! Diese Größe ist aber auch abhängig von den schon installierten Updates auf dem Computer. Da ich immer schön brav meine Updates mache, hat in meinem Falle die Minimalgröße ausgereicht.
Und siehe da, nach etwa 30 Minuten war die Installation fertig, ein Neustart wurde verlangt und nach dem Neustart und weiteren 10 Minuten bekam ich die Meldung, dass das Service Pack 1 erfolgreich installiert worden ist! Warum denn nicht gleich so?
Das Fazit
Es war ein anstrengender Abend. Aber letzten Endes nahm er ein positives Ende, wenn man mal das ganze Chaos zwischendrin vergisst. Der gestrige Abend hat mal wieder gezeigt, dass es ein schmaler Grat ist zwischen notwendigem Update und problematischem Update. Ganz schnell kann eine kleine Abweichung vom Standard-Betriebssystem dafür sorgen, dass nichts mehr in geregelten Bahnen verläuft. Und gerade so ein universal geschnürtes Updatepaket, bei dem noch ein Haufen unnötiger Balast für viele Installationen enthalten ist, kann hier sehr viel kaputt machen.
Da kam mir das an meine installierten Updates angepasste Service Pack über das Windows Update gerade recht. Es wurden nur die Daten nachgeladen, die auch wirklich für mein System benötigt wurden, mehr nicht. Und ich denke mal, das hat letzten Endes auch den Ausschlag gegeben, dass die Installation geklappt hat.
Ganz gleich, für welche Variante der Installation man sich entscheidet, man sollte vor einer Installation auf jeden Fall folgende Punkte dringend beachten:
- Sichern der Daten, Backup des laufenden Betriebssystems
- Alle laufenden Programme beenden, auch die Programme im Hintergrund
- Während der Installation keine Programme öffnen
Wie sieht es bei Euch aus? Habt Ihr Euch schon an das Service Pack 1 herangetraut? Meidet Ihr es vielleicht bewußt? Gab es bei Euch Probleme?
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Kommentare: 10
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1
Stefan M. 23.02.2011 um 15:07 Uhr
Schade ist das man die Server Remote Tools nicht mehr auf das SP1 installieren kann, wenn es nicht vorher installiert wurde. Viele Admins wird das sehr nerfen. Mal schauen wann MS da ein Update veröffentlicht.
2
Stefan 23.02.2011 um 15:22 Uhr
Ja, das stimmt. Da hat sich Microsoft nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
Das Witzige daran ist ja, dass es bei der Einführung des Service Pack 1 für Vista zum gleichen Fehltritt kam mit den damaligen Adminpacks. Sollte man eigentlich meinen, man hätte daraus gelernt.
Aber wie Du schon sagst, es wird hier sicherlich früher oder später ein Update geben. Besser früher, als später!
3
Jochen 23.02.2011 um 15:44 Uhr
Ich hatte gestern die 2 GB grosse ISO geladen und installiert. Dabei gings durch wie Butter. Kein Fehler, und nach 1 Stunde war alles fertig. Auf den Ersten Blick stelle ich keine Veränderung fest. Soll es ja auch keine geben, dennoch könnte ja irgendetwas anders sein
4
Stefan 23.02.2011 um 17:02 Uhr
Das ist natürlich der optimale Weg. Da kann man Dich nur beglückwünschen für die reibungslose Installation!
5
Björn 27.02.2011 um 01:23 Uhr
Am 24. Januar installierte auch ich SP1 für Win7. Nach einer etwas nervigen Aktion folgte der obligatorische Neustart und die Erkenntnis: Nicht alles ist gut, auch wenn MS anderer Ansicht ist. Seither stürzt der Windows-Ecplrer ständig ab, und wenn ich im rechten Explorerfenster einen Ordner per Doppelklick öffnen will, erhalte ich die Meldung “Der Datei ist kein Programm zum Ausführen dieser Aktion zugeordnet. Installieren Sie ein entsprechendes Programm, oder erstellen Sie in der Systemsteuerung unter “Standardprogramme” eine Zuordnung, wenn bereits ein Progarmm installiert ist.” Eine Systemwiederherstellung war seltsamerweise nach der SP1-Installation auch nicht mehr möglich.
- Ist dies dem einen oder anderen so oder in ähnlicher Art auch passiert? Welche Lösungen gibt es? Wie läßt sich ohne die Systemwiederherstellung das SP1 wieder deinstallieren?
:???:
6
Stefan 27.02.2011 um 11:40 Uhr
Björn, Du hast geschrieben, dass Du am 24. Januar das SP1 installiert hast, ist das richtig? Wenn ja, dann hast Du nur das Release Candidate installiert, aber nicht die endgültige Version.
Einen Systemwiederherstellungspunkt zu nutzen,ist in meinen Augen eher die schlechte Alternative im Vergleich zu einem Backup des Betriebssystems. Aber das willst Du jetzt sicherlich nicht hören in dem Moment.
Du kannst das Service Pack wieder deinstallieren, hier ist bei Dr.Windows eine ausführliche Seite zu finden. Dies bezieht sich zwar auf das Release Candidate, gilt aber auch für die finale Version des SP1.
Und ich kann nur immer wieder den Rat geben:
Vor solchen einschneidenden Updates immer ein Backup machen!
7
Philipp 27.02.2011 um 17:57 Uhr
Also ehrlich, gesagt, seit einem bösen Reinfall mit einem zeitnahen Update, nur noch Bluescreen auf einmal, ewigen Gesuche im Netz, überschreiben einer Win/-Datei mit einer Datei aus Vista, gut es läuft wieder, nach Tagen dann des offizielle Patch zu dem Update.. Nun ja, seit dem lasse ich gerne andere vor und warte immer etwas ab. Deshalb SVP1 kommt aber was später. Genauso wie WordPress 3.1. Keine Hektik ;)
8
Stefan 27.02.2011 um 22:09 Uhr
Kann ich irgendwie nachvollziehen. In meinem Falle jucken mir halt die Finger, wenn es Updates gibt, egal für welchen Bereich. Und ich halte dann keine Ruhe, bis ich die Updates durchgezogen habe.
Egal wo man updatet, entscheidend ist die Vorarbeit in Form eines Backups. Das sollte die erste Arbeit sein. Und wenn dann wirklich mal was schief geht, dann kann man wenigstens ein bißchen üben in bezug auf Wiederherstellung!
9
KChristoph 31.07.2011 um 23:18 Uhr
Win 7 incl. SP1 installieren.
Gelesen, ausprobiert, funktioniert.
http://goo.gl/MimOC
und
http://goo.gl/Nv4nn
10
Stefan 01.08.2011 um 00:25 Uhr
Das ist natürlich die beste Lösung, das Service Pack auf den Rechner zu bekommen.