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14 | 012011
Die Windows 7 Firewall im Überblick – Teil 2
Zugelassene Programme
Geschrieben von Stefan um 18:33 Uhr
In Teil 1 meiner Artikelreihe über die Firewall von Windows 7 habe ich bereits einen ersten Überblick der Funktionen gegeben. In Teil 2 möchte ich heute zeigen, wie man auf einfachem Wege dafür sorgen kann, installierten Programmen die Kommunikation mit dem Internet zu erlauben oder aber auch zu verwehren. Außerdem ergibt sich so die Möglichkeit, seinen Computer noch etwas sicherer gegen Angriffe aus dem Internet zu machen.
Die Firewall von Windows 7 verfügt über eine Liste, in der man bestimmte Programme aufnehmen kann, denen man den Ein- oder Ausgang auf dem Rechner erlaubt. Mit der Aufnahme in diese Liste werden diese Programme dann nicht mehr von der Firewall berücksichtigt. Diese Liste ist in der Übersicht der Firewall anzuwählen. Mit dem Klick auf „Ein Programm oder Feature durch die Windows-Firewall zulassen“ öffnet sich die besagte Liste und man erhält eine erste Übersicht über die erkannten Programme.
In der Regel sind hier bereits alle relevanten Programme eingetragen. Wenn ein Programm installiert wird, sorgt es meist auch dafür, benötigte Ausnahmen für die Firewall schon während der Installation hinzuzufügen. Sollte dies aber einmal nicht der Fall sein, kann man dies hier nachholen.
Wichtige Infos zu Beginn
1. Weniger ist oft mehr
Wenn man ein Programm der Liste der zugelassenen Programme hinzufügt, kann das bestimmte Programm Daten durch die Firewall von oder zu dem Computer senden. Mit jedem erlaubten Programm in dieser Liste wird der Rechner ein Stück unsicherer und Schadsoftware oder Hacker haben eine Tür mehr, auf der sie eindringen können, um Schaden anzurichten. Deshalb sollte man sich immer fragen, ob man diesem oder jenem Programm wirklich die Kommunikation durch die Firewall erlauben muss.
2. Ist es erstmal drin, sollte es nicht mehr raus
Hat man ein Programm in die Liste der zugelassenen Programme aufgenommen und nach seinen Wünschen konfiguriert, sollte man es nicht mehr löschen aus der Liste, wenn dem Programm die Ausnahme nicht mehr erlaubt werden soll. Hier sollte man einfach den Haken vor dem entsprechenden Programm entfernen. Wenn man das Programm nämlich aus der Liste der zugelassenen Programme entfernt, es aber nicht gleichzeitig deinstalliert, könnte es passieren, dass das Programm nicht mehr richtig ausgeführt werden kann. Deshalb hier die Empfehlung, das Programm nur zu deaktivieren.
3. Durchführen der Änderungen
Alle Änderungen an der Firewall müssen mit einem Administratorkonto durchgeführt werden.
Zugelassene Programme überprüfen
Generell lohnt sich ein Blick in die Liste der zugelassenen Programme. So kann man sich einen Überblick verschaffen, welchen Programmen der Zugriff aufs Internet gewährt wird. Denn es kann unter Umständen sein, dass hier Programme aufgeführt sind, die im Grunde gar keine Wrlaubnis benötigen.
Hier sollte man sich immer folgende Frage stellen:
Benötigt Programm XY wirklich den Internetzugriff? Wenn ja, für was?
In der Liste wird die schon in meinem ersten Firewall-Artikel erwähnte Neuerung der unterschiedlichen Profile deutlich. Hier unterscheidet die Firewall nämlich zwischen sicherem Heimnetz und unsicherem öffentlichen Netzwerk (und wenn vorhanden dem Domänenprofil). Schaut man sich z.B. den Eintrag „Datei- und Druckerfreigabe“ an, so ist dieser für das öffentliche Netzwerk abgeschaltet.
Damit können sich Unbefugte aus dem Internet nicht mit den heimischen Freigaben verbinden. Da dieser Eintrag aber für das private Netzwerk erlaubt ist, können im heimischen Netzwerk ohne Probleme Freigaben geteilt werden und auch auf freigegebene Drucker zugegriffen werden.
Wie verhält es sich aber z.B. mit dem Windows Media Player? Wenn man den Windows Media Player gar nicht nutzt, weil man einen alternativen Media Player wie z.B. VLC im Gebrauch hat, dann macht eine Erlaubnis für den Windows Media Player hier keinen Sinn. Im Gegenteil, es ist unnötig ein Programm erlaubt, welches eventuell für zusätzliche Sicherheitslücken sorgt.
Das gleiche Spiel mit den Einträgen „Remotedesktop“ und „Remoteunterstützung“. Diese werden nur benötigt, wenn man entweder mit anderen Computern eine Remotedesktopverbindung herstellen will oder wenn man anderen Computern erlauben möchte, dies mit dem eigenen Computer zu tun. Wenn man dies nicht nutzt, kann man diese Einträge getrost deaktivieren. So kann man viele kleine Türen von vornerein schon schließen und sorgt so auch gleich für etwas mehr Sicherheit auf dem eigenen Computer.
Wenn man sich so durch die gelisteten Programme durchfragt, wird man schnell feststellen, dass man hier sicherlich den einen oder anderen Eintrag deaktivieren kann. Entweder für ein entsprechendes Firewallprofil oder für die gesamte Firewall.
Programme über die Firewall zulassen
Um ein Programm in die Liste der zugelassenen Programme hinzuzufügen, wählen wir den Link in der Übersicht der Firewall, um zuerst die Liste aufzurufen.
Haben wir diese vor Augen, müssen wir uns unter Umständen zuerst erweiterte administrative Rechte erlangen mit dem Klick auf „Einstellungen ändern“. Danach ist auch der eigentlich nötige Button „Anderes Programm zulassen“ nicht mehr ausgegraut, den wir nun klicken. Beim ersten Aufruf dieser Funktion kann es einen Moment dauern, bis die LIste angezeigt wird, also nicht wundern. Hat sich die Liste geöffnet, können wir nun das Programm aus der Liste auswählen, sofern es dort auftaucht.
Wenn es dort nicht zu finden ist, gehen wir auf „Durchsuchen“ und wählen die gewünschte exe-Datei aus.
Haben wir nun das Programm hinzugefügt, sollte man gegebenenfalls noch die gewünschten Firewallprofile auswählen.
Fazit
Wer sich einen schnellen Überblick über die in der Firewall erlaubten Programme verschaffen möchte, der ist mit der oben beschriebenen Liste sicherlich schon gut bedient. Hier ist es auch dem unerfahrenen Anwender möglich, die Firewall von Windows 7 zu pflegen und nach seinen Bedürfnissen einzustellen.
In meinem nächsten Artikel gehe ich dann auf eine etwas komplexere Möglichkeit ein, die Firewall zu konfigurieren. Hier zeigt sich dann auch die wahre Funktionsvielfalt der Firewall in den erweiterten Einstellungen.
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Philipp 15.01.2011 um 10:58 Uhr
Wow! Das ist ja ein super ausführliches Tutorial. Ich habe ESET auf meinen beiden normalen Rechnern, aber mein Netbook ist noch ohne. Daher kommt mir dein Tut sehr entgegen.
Da lohnt sich ja deine Zusatzqualikiation :)
Kannst ruhig noch mehr über dein neu erworbenes Wissen schreiben :grin:
2
Stefan 15.01.2011 um 14:38 Uhr
Vielen Dank!
Keine Angst, ich habe den Kopf noch voll mit Zeugs, da kommt noch einiges!
Die Firewall hab ich schon die ganze Zeit vor mir hergeschoben, aber nie die Zeit gefunden. Die musste ich aber jetzt mal behandeln, damit ich auch mal mit meiner Checkliste für die Sicherheit weitermachen kann. Gott, ist das anstrengend zu bloggen!