Blogbeitrag
07 | 012011
Die Windows 7 Firewall im Überblick – Teil 1
Funktionsübersicht
Geschrieben von Stefan um 22:38 Uhr

Eine richtige Änderung im Vergleich zu Windows XP hat die integrierte Firewall von Windows 7 erfahren. Aus diesem Grund widme ich mich nun auch ausführlich einmal diesem Thema, da es eine wichtige Grundlage ist für die Sicherheit des Computers und auch des eventuell vorhandenen Netzwerkes. Da es viel zu erzählen gibt über die Firewall, werde ich dieses Thema in mehreren Teilen behandeln und in diesem Artikel zuerst einen Überblick geben.
Allgemeine Informationen
Was bis Windows XP mehr schlecht als recht lief, hat seit Windows Vista erhebliche Besserungen erfahren. Denn die integrierte Firewall von Microsoft ist nun erwachsen geworden und braucht sich hinter den Konkurrenten nicht mehr zu verstecken.
Bis zu Windows XP war die integrierte Firewall nicht unbedingt empfehlenswert. Es hat nicht geschadet, sie zu aktivieren, aber einen wirklichen Schutz hat sie auch nicht geboten. Seit Windows Vista wurde die Firewall aber überarbeitet und bietet nun wesentlich mehr Schutz vor unerwünschten Verbindungen im heimischen Netzwerk. Nicht nur die Benutzeroberfläche wurde überarbeitet, wichtiger sind die Neuerungen hinter der Fassade. So überwacht die Firewall mittlerweile den Ein- UND Ausgang des Datenverkehrs auf dem Computer.
Übersicht über die Firewall
Auf der Startseite der Firewall bekommt man bereits einen ersten Überblick, ob es irgendwelche Probleme gibt mit den Einstellungen.
Stimmt hier die Konfiguration der Firewall nicht, so wird dies deutlich gezeigt.
In der Grundeinstellung ist die Windows Firewall standardmäßig aktiviert. Ist die Firewall eingeschaltet, so werden die meisten Programme solange daran gehindert, durch die Firewall mit dem Internet zu kommunizieren, bis man den Programmen explizit erlaubt, eine Verbindung aufzubauen.
Firewall Profile
Eine weitere Neuerung der Firewall sind die unterschiedlich nutzbaren Profile, die sich an der gewählten Verbindung des Netzwerkes orientieren. Es gibt drei unterschiedliche Profile, die jeweils eigene Voreinstellungen mitbringen. Welche Profile gewählt werden, hängt ganz alleine davon ab, wie der Rechner eingesetzt wird. Die Profile haben folgenden Einsatzbereich:
- Verbindet man seinen Computer mit einer Domäne, so wird automatisch das „Domänenprofil“ ausgewählt.
- Das „private Profil“ gilt für den Einsatz im heimischen Netzwerk. Hier sind die meisten Freiheiten enthalten, da es sich beim Heimnetzwerk in der Regel um einen Verbund von Rechnern handelt, die alle bekannt sind und denen man vertraut. Ein privates Profil wird z.B. eingerichtet, wenn man seinen Rechner einer Heimnetzgruppe hinzufügt.
- Das „öffentliche Profil“ gilt für Rechner, die mit dem Internet verbunden sind oder zu Netzwerken gehören, die sich nicht in einer Domäne oder in einem Heimnetzwerk befinden.
Wie man auf dem Bild sieht, tauchen bei mir zwei Profile auf, das öffentliche und das private Profil. Dies hat den Grund, dass der Rechner nicht nur mit dem Internet verbunden ist, sondern auch mit dem heimischen Netzwerk. So kann man auch beide Richtungen getrennt konfigurieren, zum Einen den Zugang zum Internet, bei dem man wohl weniger zulassen wird, und zum Anderen den Zugang zum Heimnetzwerk, bei dem man in der Regel größere Freiheiten vergibt.
Einstellungen der Firewall
- Programm zulassen
Mit der Option „Ein Programm oder Feature durch die Windows-Firewall zulassen“ hat man nicht nur die Möglichkeit, alle bisher zugelassene Programme zu überarbeiten, sondern auch neue Programme aufzunehmen in der Liste der Programme.
Diese Option wird ausführlich im diesem Artikel beschrieben.
- Benachrichtigungseinstellungen ändern
Bei Aktivierung dieser Kontrollfunktion bekommt man eine Benachrichtigung, sowie ein Programm von der Firewall blockiert wird.
In diesem Hinweis besteht die Möglichkeit, das betroffene Programm entweder zu erlauben oder weiter zu blockieren. Hier sollte man genau darauf achten, welches Programm oder welcher Dienst betroffen ist. Denn es muss nicht immer alles vertrauenswürdig sein, was man da zulässt. Ist man sich nicht sicher, so bringt einem eine kurze Recherche im Internet meist einen schnellen Erfolg, welches Programm sich hinter dem betreffenden Dienst versteckt. Installiert man Windows-Komponenten, so sorgt die Installationsroutine meist selbständig dafür, dass benötigte Berechtigungen schon bei der Installation vergeben werden.
- Windows-Firewall ein- oder ausschalten
Mit dieser Einstellung kann man die Firewall deaktivieren.
Diese Einstellung ist aber generell nicht empfohlen, da die Firewall somit keinen Schutz mehr bietet. Diese Einstellung kann aber hier und da sinnvoll zum Testen sein, wenn man im heimischen Netzwerk Verbindungsprobleme zwischen den Rechnern hat, etwa wenn man gewisse Dienste zwischen den Rechnern laufen hat oder Freigaben einrichten möchte und diese nicht funktionieren. Dann kann es helfen, die Firewall zur Fehlersuche zu deaktivieren. Man sollte aber nicht vergessen, die Firewall wieder zu aktivieren nach den Tests.
In den Einstellungen hat man die Möglichkeit, mit einer Änderung alle eingehenden Verbindungen zu blockieren. Mit der Einstellung „Alle eingehenden Verbindungen blockieren, einschließlich der in der Liste der zugelassenen Programme“ ist ein maximaler Schutz für den Computer gegeben.
Diese Einstellung ist z.B. sinnvoll, wenn man sich in einem öffentlichen Netzwerk befindet, etwas in einem Hotel oder am Flughafen. Auch kann dies ein schneller Schutz sein, wenn man den Verdacht hat, dass auf dem Rechner Schadsoftware vorhanden ist und man verhindern möchte, dass die Schadsoftware weiteren Schadcode aus dem Internet nachlädt. Ist diese Einstellung aktiviert, bekommt man keine Benachrichtigung von der Firewall, wenn Programme oder Dienste blockiert werden. Jedoch ist es weitgehend möglich, Webseiten zu besuchen oder Emails zu empfangen.
- Standard wiederherstellen
Die Option „Standard wiederherstellen“ kann dazu genutzt werden, alle getätigten Einstellungen in der Firewall wieder zurückzusetzen.
Dies ist vor allem hilfreich, wenn man z.B. den Überblick verloren hat über die eingestellten Ausnahmen oder wenn man ungewollte Einstellungen gemacht hat und diese löschen will.
- Erweiterte Einstellungen
Hierunter verbirgt sich die ausführliche Bedienung der Windows-Firewall, die sogenannte „Windows-Firewall mit erweiterter Sicherheit“.
Hier erwartet einen auch die aus der Aufgabenplanung bekannte 3-Spalten-Ansicht. Hier ist es möglich, alle ein- und ausgehenden Regeln für die Firewall zu bestimmen und zu ändern. Eine nähere Erklärung der Optionen ist in einem meiner nächsten Artikel zu lesen.
- Problembehandlung für Netzwerk
Hat man irgendwelche Probleme, zu denen man weitere Hilfe benötigt, so kann einem auch der letzte Link helfen, eine Lösung zu finden.
Unter „Problembehandlung für Netzwerk“ kann man sich weitere Tipps ansehen, die einem durchaus helfen können.
Fazit
Mit der Windows-Firewall hat man mittlerweile eine in meinen Augen ausgereifte Lösung entwickelt, mit dem man seinen Computer wirksam vor Angreifern schützen kann. Sicherlich ist sie kein Allheilmittel, aber das trifft auch auf Firewalls von Drittanbietern zu. Die Firewall ist als Teil einer Sicherheitslösung zu betrachten, die in Verbindung mit anderen Bausteinen dafür sorgt, sein Netzwerk wirksam abzusichern. Wie auch bei der kostenlosen Virenschutzlösung Microsoft Security Essentials bin ich der Meinung, dass es allemal besser ist, beim Thema Sicherheit auf integrierte Lösungen zu setzen, da hier das Zusammenspiel der einzelnen Lösungen besser gewährleistet ist, als bei Programmen von Drittanbietern.
Im zweiten Teil des Artikels beschäftige ich mich mit dem Zulassen von Programmen durch die Firewall. Außerdem werde ich noch weitere Tipps geben, wie man die Firewall noch einfacher konfigurieren kann, um so gut wie möglich geschützt zu sein vor den Gefahren im Internet.
Beitragsdetails
Kategorie » Windows 7 «
Der Autor
Ähnliche Beiträge
- Die Windows 7 Firewall im Überblick – Teil 2
- Die Windows 7 Firewall im Überblick – Teil 5
- Die Windows 7 Firewall im Überblick – Teil 4
- Die Windows 7 Firewall im Überblick – Teil 3
- Windows 7 – Service Pack 1
- Windows 7 Service Pack 1 – Bald ist es soweit
- Microsoft Security Essentials 2
- Microsoft Security Essentials im Test
Info
Bevor Du einen Kommentar schreibst, solltest Du wissen, dass mein Blog "nofollow-free" ist, d.h. Du bekommst hier von mir einen echten Backlink auf Deine Seite.
Dafür nehme ich mir das Recht heraus, alle Links aus Deinem Kommentar zu entfernen, die alleine der Werbung dienen oder nur Pagerank abgreifen.



















