Blogbeitrag
07 | 092010
Microsoft Security Essentials im Test
Geschrieben von Stefan um 13:48 Uhr

In Kürze läuft die Lizenz meines Virenscanners Avira Premium ab und nun stelle ich mir die Frage, ob ich nun meine Lizenz verlängere oder nicht. Denn kostenlose Alternativen gibt es ja mittlerweile doch schon einige. Und gerade für den privaten Gebrauch reichen diese meist völlig aus. Deshalb möchte ich heute einmal den kostenlosen Virenscanner von Microsoft vorstellen.
Die Frage, ob man auf kostenlose Virenscanner zurückgreift oder lieber Premium-Versionen nutzt, stellt sich jedoch nur in einem privaten Heimnetzwerk. Denn in Unternehmenslösungen haben solche Überlegungen keinen Platz. Meistens sind die kostenlosen Programme sowieso nur frei für den privaten Gebrauch, wie z.B. Avira Antivir Personal. Und davon einmal abgesehen ist es in einem größeren Netzwerk ratsam, eine serverbasierte Lösung einzusetzen, um hier auch die Verteilung der Updates besser zu steuern.
Aber im privaten Umfeld sollte man sich schon die Mühe machen, auch einmal auf die kostenlosen Möglichkeiten zu schauen, denn man hat ja schließlich auch nicht unbedingt Geld im Überfluss. Damit will ich nicht sagen, dass die kostenpflichtigen Versionen schlecht sind. Ich war immer zufrieden mit Avira Premium. Jedoch stellt sich mir die Frage, ob ich die zusätzlichen Optionen, die in der kostenpflichtigen Version enthalten sind, überhaupt benötige. Aus diesem Grunde habe ich mich nun mal dazu entschlossen, einen Selbsttest durchzuführen und in den nächsten Wochen den freien Virenscanner von Microsoft zu testen.
Jetzt wird sich der Eine oder Andere fragen, warum gerade Microsoft? Ich bin der Meinung, es kann nicht schlecht sein, sich diese Lösung einmal anzuschauen, zumal man hier davon ausgehen kann, dass hier noch etwas mehr auf das Zusammenspiel mit dem Betriebssystem geschaut wird, da alles aus einem Hause kommt.
Außerdem geht nun Microsoft mittlerweile völlig neue Wege, denn mittlerweile ist der Virenscanner nicht nur für Privatzwecke kostenlos zu nutzen. Microsoft hat jüngst auch den Anwendungsbereich für kleine Firmen erweitert, der Virenscanner darf nun auch in Firmen mit bis zu 10 Arbeitsplätzen kostenlos genutzt werden.
Microsoft Security Essentials
Der schlanke Virenscanner von Microsoft, der die Nachfolge von Live One Care angetreten hat, kann auf der Supportseite von Microsoft kostenlos heruntergeladen werden. Und man sollte auch nur diese Seite nutzen, da es mittlerweile auch Downloads auf dubiosen Seiten gibt, die mit Microsoft nichts zu tun haben. Hier hat jüngst ein Artikel bei Winfuture darauf hingewiesen. Deshalb immer die offizielle Seite von Microsoft nutzen! Der Virenscanner ist lauffähig auf allen Betriebssystemen von Microsoft ab XP SP2. Weiter ist nur noch eine legitime Lizenz für das Betriebssystem Voraussetzung für den Virenscanner, die Lizenz wird bei der Installation überprüft.
Fotostrecke Installation
Leistungen im Überblick
Der Virenscanner kommt mit einer schlanken Installation daher und benötigt auch im laufenden Betrieb nicht so viele Ressourcen, wie z.B. die Scanner vin GData oder Kaspersky. So ist auch ein reibungsloser Betrieb auf schwächeren Rechnern oder Netbooks gewährleistet. Trotz des geringen Speicherverbrauchs wird der Computer ständig im Hintergrund überwacht, heruntergeladene Dateien und Email-Anhänge überprüft und die laufenden Prozesse im Auge behalten. Auch kann man zeitgesteuerte Überprüfungen durchführen und so in regelmäßigen Abständen seinen Computer auf Schädlinge durchsuchen lassen.
Übersichtliches Design
Der Status des Virenscanners ist jederzeit einfach zu bestimmen. Hier werden die Farben grün für einen geschützten Status genutzt und die Farbe rot für z.B. einen Virenfund oder nicht aktualisierte Virensignaturen. So kann zu jeder Zeit nachvollzogen werden, wie der Stand der Dinge ist.
Fotostrecke Virenfund
Dynamischer Signaturdienst
Werden auf dem Rechner verdächtige Aktivitäten entdeckt, die der Virenscanner nicht kennt, wird eine Anfrage an den Microsoft Dynamic-Signature-Service-Server gesendet. Dieser Server teilt dem Virenscanner mit, ob es neue Informationen zu den gefundenen Aktivitäten gibt oder ob die Informationen der MSE aktuell sind, die grundsätzlich täglich aktualisiert werden.
Rootkit-Schutz
Der ebenfalls vorhandene Schutz gegen Rootkits überwacht das Betriebssystem schon an der Wurzel, dem Kernel. Hier werden Treiber oder Anwendungen entfernt, die sich im Dateisystem verstecken wollen. Der Anwender wird hier nicht beeinträchtigt, da dies ohne benötigten Neustart durchgeführt wird.
Windows Defender Integration
In den MSE sind von Hause aus die Funktionen von Windows Defender integriert. Nutzer von Windows 7 brauchen hier bei der Installation nichts zu beachten, der bereits installierte Defender wird hier automatisch deaktiviert.
Fotostrecke Einstellungen
Anpassen des Taskleistensymbols
Wie auch andere Programme zeigt der MSE das Taskleistensymbol ebenfalls nicht dauerhaft an. Dies ist aber gerade beim Virenscanner sinnvoll, da man so immer den aktuellen Status im Auge hat.

Um diesen Status zu ändern, klicken wir auf “Anpassen“. Dort bekommen wir die Übersicht aller dem Computer bekannten Prozesse, die in der Taskleiste gezeigt werden können. Hier suchen wir uns das Icon des MSE heraus und wählen dort “Symbol und Benachrichtigungen anzeigen” aus.
Nach dem Abspeichern der Einstellung wird das Icon nun jederzeit in der Taskleiste angezeigt.

Automatisches Update
Aktuell hat MSE einen großen Nachteil. Die so wichtigen Virendefinitionsupdates werden nicht automatisch geladen. MSE selbst wir dhier nicht aktiv, es dauert teilweise mehrere Tage, bis MSE darauf hinweist, dass die Virendefinitionen veraltet sind. Und auch über die Windows-Updatefunktion werden diese nicht automatisch installiert, da sie unter den “optionalen Updates” erscheinen und nicht als “wichtige Updates” eingestuft werden. Warum das so ist, kann ich nicht so ganz nachvollziehen…
Hierzu gibt es aber bei scareware.de eine Anleitung, wie man MSE mit bordeigenen Mitteln die automatischen Updates aufzwingen kann. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Nachteil in den nächsten Versionen behoben wird.
Fazit
Bisher macht die MSE einen guten Eindruck. Man bekommt einen schnellen und überaus schlanken Virenscanner für lau. Dass der Funktionsumfang nicht so groß ist, wie bei anderen Freeware Programmen wie z.B. Avira ist zu verschmerzen, denn viele dieser Einstellungen verwirren den Endbenutzer eher und es kommt dann leichter zu eventuellen Fehlkonfigurationen.
Für den privaten Gebrauch auf einem einzelnen Rechner oder in einem kleinen Heimnetzwerk ist dieser Virenscanner aber durchaus zu empfehlen, da er alles mitbringt was nötig ist. Auch für Besitzer eines Netbooks ist dieser Scanner eine sinnvolle Alternative, da er die Ressourcen sinnvoll nutzt.
Was allerdings sehr negativ auffällt, ist die mangelhafte Auto-Updatefunktion. Dies sollte man auf jeden Fall nachbessern, da dies ein grundlegendes Sicherheitsproblem darstellt.
Mittlerweile gibt es den MSE in einer finalen Version 2. Nähere Informationen hierzu kann man in diesem Artikel nachlesen.
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Kategorie » Sicherheit, Software «
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Trackbacks: 1
Kommentare: 8
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1
wwwprofi 09.09.2010 um 21:26 Uhr
Benutze auch den MSE-Virenscanner seit einigen Monaten. Drei Sachen sind aus meiner Sicht zu bemängeln.
1) Ab und zu verwandelt sich MSE zum Resourcenfresser und legt ältere Hardware (Singlecore) komplett lahm.
2) Es sind manchmal manuelle Eingriffe nötig, dass MSE wieder “grün” ist, z.B. das Scannen aller Dateien auf dem Rechner startet irgendwie nicht immer automatisch.
3) Das MSE-Symbol versteckt sich (per default) in der WIN7 Startleiste hinter dem Pfeil. Also sieht man nicht sofort, wenn der Scanner mal abgeschmiert oder aus irgendeinem Grund gestoppt ist. -
3
wwwprofi 02.10.2010 um 19:00 Uhr
Ein sehr schöner Artikel. Hast Dir große Mühe gegeben und Dir mehr als einen Link verdient!
Da ich eine Testversion (12 Monate
) von F-Secure installiert habe, kann ich dem nicht mehr viel hinzufügen. Denke aber, für einen einzelnen Arbeitsplatz eines Freiberuflers oder auch privat auf einem einigermaßen aktuellem Rechner ist MSE auf alle Fälle zu empfehlen. Meine Erfahrungen mit F-Secure werde ich in meinem neu erstellen Blog
L’IT c’est moi schildern. Naja, gleich nach der Installation von F-Secure war mein Outlook ausgehebelt … -
5
Frank 21.11.2010 um 19:45 Uhr
Hallo Stefan. Danke für deinen Bericht. Ich stehe grade vor exakt derselben Entscheidung: Avira Premium verlängern oder dem Rat eines Kollegen folgen und MS SE installieren. Dass keine automatischen Updates laufen, ist natürlich krass. Scheint ja immer noch so zu sein – leider steht bei deinem Artikel nur die Uhrzeit, aber die URL zeigt zum Glück, dass er erst zwei Monate alt ist
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7
Dustin 26.11.2010 um 11:18 Uhr
Die Erklärung, warum die Virendefinitionen nur optional sind, sind ganz einfach.
Man darf dem Besitzer von Microsoft – Produkten nicht vorschreiben was er für ein Antiviren – Programm nutzen soll. Microsoft geht so rechtlichen Schwierigkeiten aus dem Weg. Ich denke daher wird auch Outlook (Live Mail) nur noch optional angeboten.
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Welches Antivirenprogramm 2010-11 05.01.2011 um 12:03 Uhr
[...]Hier ein interessanter Test zu Microsoft Security Essentials. [...]