Blogbeitrag
23 | 082010
Den Zugriff auf Dateien und Ordner regeln
Geschrieben von Stefan um 20:41 Uhr

Wird ein Rechner von mehreren Benutzern und Benutzerkonten benutzt, so ist es irgendwann sinnvoll darüber nachzudenken, die Zugriffe auf die Dateien zu regeln, die auf dem Rechner vorhanden sind. Denn es werden sicherlich auch Dateien dabei sein, die nicht unbedingt jeder der Benutzer sehen soll. Eltern möchten beispielsweise sicher nicht, dass ihre Kinder auf die Dateien der Arbeit zugreifen oder auf Inhalte, die nicht für Kinderaugen geeignet sind. In meinem heutigen Artikel möchte ich Wege aufzeigen, wie man diese Zugriffe regeln kann.
In diesem Artikel habe ich bereits schon einmal beschrieben, wie man die Zugriffsrechte dahingehend anpassen kann, damit man wieder auf die entsprechenden Verzeichnisse zugreifen kann, wie im Beispiel einer externen Festplatte.
Aber dieses Szenario kann man auch in die andere Richtung betreiben, wenn man beispielsweise verhindern möchte, dass andere Benutzer über ihr Benutzerkonto auf bestimmte Ordner oder Daten zugreifen. Dies ist gerade dann nötig, wenn auf dem Rechner mehrere Partitionen oder Festplatten vorhanden sind. Denn nach der Installation des Betriebssystems sind nur die Standardverzeichnisse von Windows so geschützt, die dem jeweiligen Benutzer zugeordnet werden, wie z.B. die „Eigenen Dateien“.
Nutzt man aber diese Ordnerstruktur nicht (so wie ich), sondern speichert seine Daten auf einer anderen eingebauten Festplatte (was auch die Sicherheit der Daten erhöht) oder einer separaten Partition, dann muss man hier selbst Hand anlegen, um den Zugriff von anderen Benutzerkonten einzuschränken.
Voraussetzungen
Administratorzugriff
Bevor wir aber nun anfangen, sollten wir uns sicher sein, dass wir als Administrator angemeldet sind, denn ohne diesen Status können wir die Rechte nicht ändern.
Dateisystem
Ebenso ist es wichtig, dass wir das richtige Dateisystem benutzen. Dies entscheidet, ob wir die Rechte einzelner Dateien und Ordner überhaupt anpassen können. Die unter Windows momentan geläufigsten Dateisysteme sind FAT32 und NTFS. Es gab davor noch weitere Dateisysteme, diese sind aber mittlerweile zu vernachlässigen, da sie im heimischen Gebrauch kaum noch zum Einsatz kommen. Aber auch bei den beiden oben genannten Dateisystemen gibt es entscheidende Unterschiede. FAT32, das ältere Dateisystem kann z.B. nicht mit Dateien umgehen, die größer als 4GB sind, außerdem gibt es noch weitere Unterschiede zum neueren Dateisystem NTFS. Der aber in unserem Fall wichtigste Nachteil von FAT32 ist, dass hier die Rechteverwaltung nicht zur Verfügung steht.
Aus diesem Grunde sollte man sich beim Formatieren einer Festplatte / Partition alleine schon für NTFS entscheiden, da dies die Möglichkeit der Rechteverwaltung für Dateien bietet. Wie genau man eine Festplatte verwalten kann, werde ich in einem meiner nächsten Artikel zeigen.
Will man nun herausfinden, welches Dateisystem man überhaupt einsetzt, dann lohnt ein Blick in den Arbeitsplatz. Man markiert einfach die entsprechende Festplatte und bekommt in der Info das Dateisystem angezeigt.
Einfache Dateifreigabe
Unter Windows XP gab es nun noch eine Einstellung, die man ändern musste, nämlich das Deaktivieren der „einfachen Dateifreigabe“. Dies ist unter Windows 7 nicht mehr nötig. Und nun können wir endlich mit der Rechtevergabe beginnen!
Rechtevergabe
Nun kommt es alleine darauf an, welche Ordner oder Dateien wir vor dem Zugriff anderer sperren möchten. In der Regel hat man ein Administratorkonto und diverse Standardbenutzer, beispielsweise für die Kinder. Ebenso ist es auch ratsam, selbst für die täglichen Arbeiten ein Standardbenutzerkonto zu benutzen, da man für die alltäglichen Arbeiten meist kein Administratorzugang benötigt und man sich damit sogar noch Gefahren aussetzt.
Zugriff auf Festplatte regeln
Fangen wir nun einmal ganz groß an und sperren eine gesamte Festplatte / Partition vor dem Zugriff für andere Benutzer außer dem Administrator und dem eigenen Benutzerkonto.
Hierzu rufen wir den Arbeitsplatz auf und markieren die betreffende Festplatte oder Partition unserer Wahl, die wir bearbeiten möchten, in meinem Beispiel die Partition „Archiv“, Im Kontextmenü klicken wir auf „Eigenschaften“ und rufen dort den Reiter „Sicherheit“ auf. Hier sind wir schon an der zentralen Stelle zur Verwaltung der Zugriffsrechte. Hier sehen wir im oberen Feld die Gruppen oder Benutzer, die momentan Zugriff auf die Partition haben.
Es ist sinnvoll bei der Bearbeitung der Rechte, die Gruppe „Administratoren“ nicht zu entfernen. Denn so kann man sich schnell selbst aussperren und hat dann keinen Zugriff mehr auf die Dateien und kann dies nur mit umständlichen Änderungen wieder rückgängig machen. Deshalb immer die Administratoren eingetragen lassen!
Wir wollen allen Benutzern, außer dem eigenen Benutzerkonto und den Administratoren den Zugriff verwehren.
Hierzu klicken wir auf „Bearbeiten“ und entfernen im nächsten Fenster alle Einträge außer den Administratoren und gehen auf „Übernehmen“.
Je nachdem, wie viele Dateien sich auf der Partition befinden, kann das Übernehmen der neuen Einstellungen einen Moment dauern. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, können wir uns testweise mit unserem Benutzerkonto anmelden und versuchen, auf die Partition zuzugreifen, es wird uns nicht gelingen. Nun können wir noch unser Benutzerkonto hinzufügen, dazu klicken wir auf den Button „Hinzufügen“.
Hier können wir entweder den Benutzernamen in das Feld eintragen oder aber auch über den Button „Erweitert“ sichergehen und den Namen aus der Benutzerliste heraussuchen.
Im nächsten Fenster klicken wir auf „Jetzt suchen“ und danach werden im unteren Fenster alle verfügbaren Benutzer und Gruppen angezeigt. Hier unterscheidet man die Gruppen von den Benutzern an dem Icon vor dem Eintrag. Ein einzelner Kopf steht für einen Benutzer, zwei Köpfe stellen eine Gruppe dar.
Nun suchen wir uns das Benutzerkonto heraus, welchem wir den Zugriff geben möchten, in meinem Fall ist es der Benutzer „Stefan“. Per Doppelklick wählen wir ihn aus und bestätigen danach mit „OK“.
Nun haben wir schon den Benutzer ausgesucht, jetzt müssen wir nur noch festlegen, was er alles darf. Wenn wir die Gruppe Administratoren markieren, sehen wir in der unteren Hälfte die einzelnen Rechte der Gruppe. Der Administrator hat Vollzugriff.
Schauen wir uns nun den Benutzer an fällt uns auf, dass er nicht so viele Rechte hat wie der Administrator. Dies ist auch gut so, denn das unterscheidet den Benutzer vom Administrator. Dennoch sollte man aber hier noch den Haken setzen bei „Ändern“, da es sonst mit unserem Benutzerkonto nicht möglich ist, irgendwelche Dateien auf dieser Festplatte zu ändern. Haben wir dies getan, speichern wir die Änderungen ab und können uns nun nochmals als Benutzer einloggen und wir werden sehen, dass wir nun auch als Benutzer Zugriff auf die Festplatte haben.
Führt man Änderungen an Benutzern durch, die zu diesem Zeitpunkt am Rechner angemeldet sind, werden diese Änderungen unter Umständen erst wirksam, nachdem sich der Benutzer abgemeldet hat. Nach dem erneuten Anmelden des Benutzers sind dann die neu gesetzten Rechte aktiv.
Hilfreiche Tipps
So, wie ich es im Beispiel mit dem Zugriff auf die gesamte Festplatte gezeigt habe, kann man es ebenso mit Ordnern bis zu einzelnen Dateien durchführen und dies auf relativ einfachem Weg. Sinnvoll ist es aber, sich ein Konzept zu überlegen, die Rechte auch sinnvoll zu setzen. Dabei kann eine durchdachte Ordnerstruktur helfen, beispielsweise einen Ordner für jedes der Kinder, die für den Zugriff der jeweils anderen Kinder gesperrt ist. Oder ein Ordner, auf den alle Kinder zugreifen können, um sich untereinander Dateien auszutauschen.
Man kann selbst regeln, was man in einem Ordner machen darf. Darf man in diesem Ordner Dateien hinzufügen und ändern (Ändern), darf man enthaltene Dateien lesen und Programme ausführen, aber keine Dateien hinzufügen oer ändern (Lesen,Ausführen) oder darf man nur den Ordnerinhalt anzeigen und weder Dateien öffnen noch löschen (Lesen, Ordnerinhalt anzeigen). Und diese Struktur kann man auch ruhig mal auf einem Blatt Papier festhalten, das ist keine Schande, das machen selbst Fachleute!
Wichtig ist es auf jeden Fall, von oben nach unten mit den Rechten zu beginnen, d.h. von der gesamten Festplatte hin zu den einzelnen Ordnern und bei Bedarf zu einzelnen Dateien. Hier wird man vom Betriebssystem auch nach der Vergabe der Rechte unterstützt, wenn z.B. neue Unterordner angelegt werden, dann erbt dieser Unterordner die Rechte vom darüberliegenden Ordner. Dies kann man aber im Nachhinein ebenso noch ändern, wenn dies erwünscht ist.
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Kategorie » Windows allgemein «
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Kommentare: 2
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JürgenHugo 11.06.2011 um 02:42 Uhr
Knapper Hugo-Kommentar:
1 Mann und 1 – x Comps = Gut
1 Comp und mehr wie 1 Mann = Sch****
Das ist bei mir eisernes Gebot: “Ich zerschieß mir meinen Comp allein – Hilfe ist nicht nötich!!”
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