Blogbeitrag

05 | 082010

Distance Learning – Ein Selbstversuch

Geschrieben von um 10:24 Uhr

In dieser Woche war es soweit, ich habe meine Weiterbildung zum „MCITP:EA“ begonnen. Der MCITP:EA ist die Abkürzung für „Microsoft Certified IT-Professional:Enterprise Administrator“, einer offiziellen Zertifizierung von Microsoft, mit der man Fähigkeiten im Design einer Windows Infrastruktur und der Arbeit mit Windows Server 2008 erwerben kann.

Sicher, hier und da wird sich jetzt vielleicht jemand fragen, was man mit einem solchen Zertifikat anfangen kann. Denn gerade in den IT-Berufen, wie z.B. beim Fachinformatiker/Systemintegration wird zumal schon der relevante Umfang zum Aufbau eines Netzwerkes vermittelt. Ebenso wird es in der Regel auch dazu kommen, dass man sich mit dem Installieren und Warten von Servern beschäftigt. Es ist also im Grunde genommen eigentlich erstmal gar nicht nötig, ein solches Zertifikat zu erwerben. Wieso es aber gerade für IT-Fachkräfte sinnvoll ist, über diverse Zertifizierungen nachzudenken, habe ich in diesem Artikel erläutert.

Was ist Distance Learning?

Die Vorbereitungen zu den einzelnen Modulprüfungen führe ich in einem Weiterbildungszentrum per Distance Learning durch, d.h. die Teilnehmer sind auf Standorte in ganz Deutschland verstreut und werden über ein virtuelles Klassenzimmer miteinander verbunden. Dieses virtuelle Klassenzimmer wird von einem Dozenten betreut, der auch dafür verantwortlich ist, die geforderten Inhalte zu vermitteln.

Beim Distance Learning ist aber hautsächlich Eigeninitiative gefragt, man bekommt passend auf die entsprechenden Module vorgefertigte Prüfungsinhalte auf einer webbasierten Plattform zur Verfügung gestellt und muss diese dann der Reihe nach durcharbeiten. Sollten hier irgendwelche Fragen auftauchen, so kann man den Dozenten zur Problematik ansprechen, entweder per Email, Skype oder über das virtuelle Klassenzimmer, dass auch mit Sprache bedient werden kann. Außerdem kann man seinen Desktop mit allen anderen Teilnehmern teilen, um z.B. gemeinsam ein Problem zu besprechen und eine Lösung zu finden.

Vorteile des Distance Learning

Ganz klar ist das Distance Learning ein großer Vorteil für das jeweilige Weiterbildungszentrum. Denn dieses muss ja auch sehen, dass es seine angebotenen Kurse voll bekommt. Und natürlich geht das schneller, wenn man die Teilnehmer (in der Regel) in ganz Deutschland zusammensuchen kann. Das kann aber auch gleichzeitig ein Vorteil für die Teilnehmer sein, da so der gewünschte Kurs auch schneller beginnen kann und man nicht so viel Zeit verliert. Nur hat das virtuelle Lernen auch Nachteile.

Nachteile des Distance Learning

Das Distance Learning ist nicht mit dem normalen Unterricht in einem richtigen Klassenraum zu vergleichen. Sollte man z.B. mitTeamspeak oder Skype noch nichts zu tun gehabt haben, dann wird es einem sicherlich erst einmal schwer fallen, sich den ganzen Tag über Headset zu unterhalten. Hier muss nämlich eine gewisse Disziplin eingehalten werden, denn wenn hier alle durcheinander sprechen, dann gibt es Chaos! :-)

Gerade dies war zu Anfang ein großes Problem in meinem Kurs und kommt auch nach einigen Tagen immer wieder vor. Denn viele der Teilnehmer sprechen einfach drauf los, auch wenn jemand anderes gerade etwas erzählt. Ebenso schaffen es viele der Teilnehmer einfach nicht, die Lautstärke der Sprachausgabe anzupassen. So kommt es sehr oft vor, dass man aus Selbstschutz für seine Ohren seine Kopfhörer herunterreißt, wenn jemand mit überdrehtem Mikrofon in die Runde schreit.

Technische Probleme

Auch haben sich öfter schon an den verschiedenen Standorten die unterschiedlichsten Probleme aufgetan, so dass dann hier und da die jeweiligen Teilnehmer plötzlich nicht mehr teilnehmen konnten. Sei es, dass die genutzten Rechner einfach zu schwach ausgerüstet waren oder die Einstellungen für die Lernplattform einfach zurückgesetzt wurden. Und wenn dann Teilnehmer fehlen, gerät natürlich alles ins Stocken, da der Dozent ja nicht unbedingt alles wiederholen möchte. Auch kann es hier und da passieren, das der Webserver, der die Lernplattform bereitstellt, irgendwelche Probleme hat und nicht erreichbar ist. So ist dann auch automatisch das virtuelle Klassenzimmer betroffen und somit auch alle Teilnehmer gleichzeitig.

Der eigene Schweinehund

Im Gegensatz zu einem richtigen Klassenzimmer, bei dem alle Teilnehmer inklusive Lehrer körperlich präsent sind, fehlt beim virtuellen Klassenzimmer auch der Aufsichtsfaktor. Man erwischt sich beim Distance Learning recht oft dabei, dass man vom eigentlichen Lernthema abkommt und sich anderen Dingen widmet, da der Dozent ja nicht wirklich nachvollziehen kann, mit was man sich gerade beschäftigt. Und gerade wenn man Themen wiederholt, die man schon auswendig beten kann, fällt es irgendwann schwer mit der Aufmerksamkeit. Dies wäre sicherlich anders, wenn sich der Lehrer / Dozent vor Ort aufhalten würde. Ich denke aber, dass sich diese „Unaufmerksamkeit“ sicherlich noch verliert, spätestens dann, wenn es an die wirklich relevanten Themen geht, die mir noch nicht bekannt sind.

Wie sieht es aus? Hat von Euch auch schon jemand Erfahrungen machen können mit Distance Learning? Mich würde vielleicht interessieren, was mich in den nächsten Wochen noch alles erwartet. :-)

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Kommentare: 2

  1. 1

    wwwprofi 18.10.2010 um 19:29 Uhr

    Bei welchem Anbieter machst Du den Fernlehrgang? Wie hast Du ihn Dir ausgewählt und gibt es eine Übersicht solcher Anbieter?

  2. 2

    Stefan 18.10.2010 um 20:59 Uhr

    Ich mache die Zertifizierung bei der WBS. Den Anbieter habe ich mir selbst gesucht und da er sich in meiner Nähe befindet, gab es da nicht viel zu überlegen.
    Ich habe mir aber dennoch vor Vertragsabschluss den Standort angeschaut und war soweit ganz angetan und bis auf Kleinigkeiten habe ich die Wahl des Standortes auch nicht bereut.

    Eine Liste gibt es so in dem Sinne nicht, jedenfalls habe ich keine aussagekräftige Liste dazu gefunden. Man muss halt einfach mal Google nutzen und sich dann durchklicken. Aber hier kann auch die Datenbank der Agentur für Arbeit helfen. Im KursNet findet man hier auch viele Anbieter, die verschiedenste Zertifizierungen anbieten (auch das WBS).

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