Blogbeitrag

16 | 052010

Google und der WLAN-Streit

Geschrieben von um 1:34 Uhr

Der Streit um Googles Aktion „Street View“ geht nun in die nächste Runde.

Wie nun bekannt wurde, hat Google in Verbindung mit dem Erfassen deutscher Straßen auch gleich dessen unverschlüsselte WLAN-Zugänge inklusive etlicher zugehöriger Daten gespeichert. Diese Daten wurden laut Angaben von Google unbewusst mitgespeichert durch eine experimentell eingesetzte Software, die unbeabsichtigt ihren Weg in die Autos gefunden hatte, die für das Projekt Street View losgeschickt wurden.

Nun gibt es bestimmt wieder viele Mitbürger, die hell aufschreien und von einem unmöglichen Verhalten sprechen. Zu Recht, denn sicher ist diese Art von Datensammlung nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Aber man sollte sich auch ernsthaft fragen, wieso es immer noch so viele unverschlüsselte WLAN-Zugänge gibt. Es gibt zwar Örtlichkeiten, an denen bewusst ein unverschlüsseltes WLAN-Netz eingesetzt wird, um beispielsweise der Kundschaft seines Geschäfts einen zusätzlichen Service anzubieten, aber der Großteil dieser gescannten Netze werden in privatem Umfeld zu finden sein. Und wenn man alleine hört, dass es sich wohl um etwa 600 Gigabyte an Daten dreht, die Google mal eben so im Vorbeifahren von solchen unverschlüsselten Netzen zusätzlich erfasst hat, dann stimmt das einen schon etwas bedenklich.

Ich meine, wie passt dieses Verhalten zusammen? Auf der einen Seite bildet sich beim kleinsten Verstoß gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen eine große Welle, die über die betroffenen Firmen einbricht. Auf der anderen Seite scheint man aber nicht immer gerne vor der eigenen Haustüre zu kehren. Und ich könnte wetten, dass viele der Personen, die sich beim Thema Datenschutz aufblasen und über die so bösen Unternehmen schimpfen und auf die Straße gehen, sich selbst noch nicht einmal richtig mit dem Thema Datenschutz und vor allem dem Schutz der eigenen Daten auseinandergesetzt haben.

WLAN-Urteil

Sehr gut finde ich deshalb, dass in dieser Woche der Bundesgerichtshof hier eine klare Regelung getroffen hat, was die Verantwortung der Betreiber von unverschlüsselten WLAN-Netzen regelt. Mit diesem Urteil ist mittlerweile der private Betreiber einer WLAN-Verbindung dazu verpflichtet, seinen Anschluss verschlüsselt zu betreiben. Dies entschied just in dieser Woche der Bundesgerichtshof in Verbindung mit einer Klage wegen Urheberrechtsverletzung eines Rechteinhabers. Hier kam es zu einer Nutzung eines unverschlüsselten WLAN-Anschlusses, während sich der Verantwortliche dieses Anschlusses in Urlaub befand. Dabei wurden illegale Downloads über diesen unverschlüsselten Zugang getätigt, wofür dem Betreiber eine an ihn gerichtete Abmahnung inklusive Zahlungsaufforderung einer Strafe ins Haus flatterte.

Dabei wurde der Beklagte zwar vom Vorwurf der Urheberrechtsverletzung freigesprochen und er muss gegenüber dem Rechteinhaber keinen Schadensersatz leisten. Er muss aber die Kosten der Abmahnung tragen, die sich in den meisten Fällen nun um 100 Euro drehen. Diese Obergrenze wurde bereits im Jahre 2008 festgelegt und wurde nochmals durch das Urteil des BGH ins Gedächtnis zurückgebracht. Hier sollten sich die Internetbenutzer aber nicht auf diesen Zahlen ausruhen, da es durchaus auch zu höheren Strafen kommen kann, wenn es beispielsweise um Abmahnungen für ganze Musikalben Filme oder Hörbücher dreht. Dann kann es ganz schnell über diesen Betrag hinausgehen, stellte der Bundesverband Musikindustrie klar.

Was man tun sollte

Es sollte somit jedem Internetnutzer nahe liegen, seinen WLAN-Zugang abzusichern wenn bekannt ist, dass dieser Anschluss nicht verschlüsselt betrieben wird. Wenn man nicht weiß, ob der Anschluss bereits verschlüsselt ist, kann man dies mit einfachen Mitteln überprüfen. Hier hilft einem bereits das Betriebssystem weiter, mit dem man die Verbindung zum WLAN-Adapter herstellt. Hier wird beim Aufbau der Verbindung bereits auf ein eventuell unverschlüsseltes Netz hingewiesen. Sollte man sich von der technischen Seite überhaupt nicht zurechtfinden, dann sollte man entweder den Internetprovider zu Hilfe ziehen, von dem man das WLAN-Gerät zur Verfügung gestellt bekommen hat oder man greift  auf einen technischen Dienst zurück, der sich in der eigenen Umgebung zum Wohnort sicherlich finden lässt.

Fakt ist, man sollte etwas tun, anstatt die Augen zu verschließen und zu denken, es wird einen schon nicht treffen. Denn das ist der denkbar falsche Weg.

Die Zukunft von Google

Der Google-Manager Alan Eustace lies verlauten, das für Google das Vertrauen der Menschen wichtig sei, doch hat hier das Unternehmen gefehlt. Google versprach, die aus Versehen gesammelten Daten umgehend zu vernichten. Außerdem will Google in Zukunft keine weiteren Daten mehr sammeln mit den berüchtigten „Street View“- Autos. Außerdem sollen nun unabhängige Experten hinzugezogen werden, die die Software überprüfen sollen, die zur Aufzeichnung der Daten verwendet wurde. In Verbindung mit der Überprüfung der unternehmensinternen Handlungsabläufe will man damit sicherstellen, dass solche Vorfälle in Zukunft ausgeschlossen werden können.

Sicher, Google hat keinen leichten Stand als bekanntestes Unternehmen in der Internetbranche. Aber meiner Meinung nach ist das Unternehmen auf einem besseren Weg, als manch anderes Unternehmen in dieser Branche. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Das hat dieser Vorfall wieder deutlich gemacht. Wichtig ist aber meiner Meinung nach, dass solche Fehler schnellstmöglich behoben werden, denn wirklich vermeiden kann man Fehler nie. Und auch wenn viele Stimmen behaupten, dass Street View rechtswidrig Daten erhebt, es gibt auch andere Meinungen. So hat jüngst ein Gutachten eines renommierten Professors ergeben, dass Street View in der geplanten Ausgestaltung datenschutzrechtlich unbedenklich gelten darf. Nur das wird oft von vielen Mitmenschen vergessen, wenn sie diverse Aufschreie von Datenschützern im Internet lesen, die sie  über einen unverschlüsselten WLAN-Zugang in ihr privates Heim holen.

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Kommentare: 1

  1. 1

    Premium Girl 03.06.2010 um 17:04 Uhr

    google versucht auf jedenfall das vertrauen aufrecht zu erhalten, naja man sollte wie der spruch heisst nie in die hand beissen die einen füttert ne

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