Blogbeitrag
10 | 052010
Facebook und die somalische Küste
Geschrieben von Stefan um 21:07 Uhr

Ich muss zugeben, ich habe schon eine ganze Weile gebraucht, das Grinsen aus meinem Gesicht zu bekommen, als ich diesen Vergleich gelesen habe.
Aber so lustig es sich auch gelesen hat, so traurig ist eigentlich der Hintergrund…
Aber fangen wir mal von vorne an:
Heute war die Nachricht bei heise zu lesen, dass sich diverse Verbraucherschutzgruppen der Europäischen Union und den USA zusammengeschlossen haben zur TACD, der „Trans Atlantic Consumer Dialogue“ und gemeinsam eine Resolution verabschiedeten, die den sozialen Netzwerken einen besseren Datenschutz auferlegen soll.
Aber nicht nur die durch diverse Datenpannen in Verruf geratenen sozialen Netzwerke stehen in der Schusslinie des TACD, sondern auch die Regierungen der betroffenen Staaten und auch die entsprechenden Gesetzgeber. Diese sorgen nach Aussage der TACD nicht ausreichend für den Schutz der Mitglieder dieser Netzwerke.
Die einzelnen Mitglieder des Gremiums der TACD sind sich einig, dass es viele Vermarkter gäbe, die einfach nur ihr Geld machen wollen mit den persönlichen Daten der Nutzer von sozialen Netzwerken. Dabei ist man sich bei Facebook sicher, dass es „bewusst die Standards von Daten- und Verbraucherschutz verletzt“. Dabei wurde Facebook ein weiteres rechtliches Vorgehen angekündigt, um so die hohen Vorgaben deutscher Verbraucher auch durchzusetzen.
Und nun kommen wir zu der somalischen Küste!
Wie ich ja bereits in einem anderen Artikel erwähnte, ist Facebook Mitglied im sogenannten „Safe Harbor“-Abkommen. Somit müssten sich die Mitglieder auch grundsätzlich daran halten und den europäischen Nutzern die gleichen datenschutzrechtlichen Vorlagen bieten, wie sie es von den europäischen Unternehmen geboten bekommen. Nur könnte derzeit nicht von einem „sicheren Hafen“ gesprochen werden. Gremiumsmitglied Falk Lüke fühlte sich eher an die somalische Küste erinnert. :lol:

Ob diese Gentlemen schon mal was von Facebook gehört haben?
Da kann ich nur sagen:
Strike! Den Nagel aber so was von auf den Kopf getroffen!
Ich kann nur hoffen, dass die TACD ihre Arbeit nicht nur auf dem Papier ernst nimmt, sondern auch das durchsetzt, was sie sich vornimmt. Denn es wird langsam aber sicher Zeit, dass gegen die haarsträubenden Datensammelaktionen vieler Anbieter von sozialen Netzwerken endlich etwas unternommen wird.
Sicherlich stehen nicht nur der jeweilige Anbieter in der Pflicht, sondern auch die Nutzer dieser Plattformen. Aber es kann nicht sein, dass der jeweilige Nutzer alleine gelassen wird in einem Becken voller Haifische mit den Worten:
„Keine Angst, die tun Dir nichts…“
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