Blogbeitrag

31 | 032010

Warum ich soziale Netzwerke nicht mag…

Geschrieben von um 20:21 Uhr

Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht irgendwelche Schlagzeilen lesen kann über Plattformen wie Facebook oder andere Anbieter von Sozialen Netzwerken. Leider sind es in der Regel meist schlechte Nachrichten und solche hinterlassen oft einen bleibenderen Eindruck als positive.

Facebook wieder in den Schlagzeilen

Gerade heute war in den Medien zu lesen, dass aufgrund einer Panne bei Facebook in der Nacht von 30. auf 31.März sämtliche der 400 Millionen gespeicherten Emailadressen öffentlich einsehbar waren, auch wenn diese in den privaten Einstellungen als nicht öffentlich markiert wurden. Mittlerweile ist diese Panne seitens Facebook behoben, jedoch waren die Nutzer zu Recht verärgert.

Nun kommen aber die ersten Vermutungen in die Öffentlichkeit, dass diese Panne etwas mit den neuen Datenschutzbestimmungen zu tun haben könnte, die Facebook in Planung hat. Demnach plant Facebook nämlich zukünftig, einen Teil seiner privaten Daten auch an andere interessierte Unternehmen weiterzugeben. Laut Facebook sollen nur persönliche Daten herausgegeben werden, wenn das betroffene Unternehmen ein gewisses Zulassungsverfahren durchläuft und angepasste Datenschutzbestimmungen erfüllt. So soll z.B. gewährleistet sein, dass die Daten gelöscht werden, wenn der Nutzer sich von Facebook oder den Partnern abmeldet oder es den Unternehmen untersagt, diese Daten nutzen zu dürfen.

Aber scheinbar muss bei den geplanten Änderungen seitens Facebook der Nutzer selbst aktiv werden, wenn er den Zugriff auf seine persönlichen Daten nicht erlauben möchte. Dabei kann man aber auch schnell den Überblick verlieren, was man nun erlaubt hat und was nicht und schon können die persönlichen Daten nicht mehr nur persönlich sein.

Ebenso kann es in Zukunft dazu kommen, dass die Daten des jeweiligen Standortes gesammelt werden, die Facebook für ortsbasierte Dienste und Werbung nutzen möchte. Und das ebenfalls ohne Nachfragen beim Nutzer.

Momentan haben Mitglieder von Facebook die Möglichkeit, ein Feedback abzugeben zu  den geplanten Datenschutzbestimmungen. Dabei findet sich dort aber nur ein Knopf „Gefällt mir“. Ein Knopf „Gefällt mir nicht“ fehlt hier genauso wie in früheren Umfragen.

Soziale Netzwerke auf dem Prüfstand

Jüngst hat die Stiftung Warentest die 10 bekanntesten Online Netzwerke unter die Lupe genommen und sie auf ihre Angebote getestet. Acht von zehn untersuchten Anbietern haben „deutliche“ oder „erhebliche“ Mängel vorzuweisen. Dabei wurde deutlich, dass gerade die ausländischen Anbieter wie Facebook und MySpace miserabel mit den Themen Datenschutz und Sicherheit  umgehen.

Viele halten sich trotz Safe-Harbor-Abkommen mit der Europäischen Union nicht an europäisches Datenschutzrecht. Ebenso tauchen bei vielen Netzwerken ernsthafte Bedenken auf bezüglich der Sicherheit der persönlichen Daten, z.B. gegen Hackerangriffe. Diesem Test der Stiftung Warentest, die dazu die Erlaubnis der Plattformen einholte, hat sich keines der amerikanischen Angebote gestellt. Warum nur…?

Bei den getesteten Plattformen war der Zugriff auf beliebige Nutzerkonten teilweise binnen weniger Tage möglich. Vor allem waren hier die mobilen Versionen kritisch, da hier in der Regel Benutzername und Passwort unverschlüsselt übertragen werden.

Positiv waren hier eigentlich nur StudiVZ und SchülerVZ zu erwähnen. Den ausführlichen Test gibt es in der aktuellen April- Ausgabe der Stiftung Warentest und ist auch online gegen Bezahlung abrufbar.

Auch MySpace mit wachsender Kritik

Ein weiterer Artikel bei presse.com zeigt auf, wie z.B. bei MySpace mit den Nutzerdaten umgegangen wird. Sie werden einfach verkauft. Was gibt es rentableres, als tausende von Nutzerdaten, die sowieso zur Verfügung stehen? Diese kann man ja dann auch gleich verkaufen, damit man sich so wenigstens noch einen Teil der durch die Kunden entstandenen Kosten wieder hereinholen kann…

Mein persönliches Fazit

Und dies zeigt einmal mehr auf, was man im Umgang mit sozialen Netzwerken beachten muss. Sobald man dort Daten veröffentlicht, sind diese nicht mehr das alleinige Eigentum, sondern man teilt sie mit der Öffentlichkeit, ob man das nun möchte oder nicht. Wenn man dies verhindern will, gibt es nur eine Alternative, nämlich indem man sich erst gar nicht bei solchen Diensten registriert.

Ich selbst habe schon oft vor der Frage gestanden, ob ich mich in diesen Netzwerken registrieren soll oder nicht. Gerade als Betreiber einer Webseite oder eines Blogs stellt man sich irgendwann die Frage, wie man seine Internetpräsenz in der Öffentlichkeit verbreiten kann. Und logischerweise kommt man da mittlerweile kaum noch an diesen Diensten vorbei. Schaut man sich in der Blogosphäre einmal um, findet man kaum noch einen Blog, bei dem keine Profile von Facebook und Co. hinterlegt sind oder wo fröhlich gezwitschert werden kann. Und automatisch fühlt man sich fast ausgestoßen, wenn man selbst kein solches Profil anbietet.

In solchen Momenten hole ich mich aber dann ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück, indem ich einfach nur in die tagesaktuellen Nachrichten schaue und solche News wie oben geschrieben lese. Das sagt mir dann, dass für mich auch in Zukunft keiner dieser Plattformen in Frage kommt. Denn ich möchte jetzt und auch in Zukunft selbst entscheiden, WAS ich WANN und WO über mich preisgebe. Dann verzichte ich lieber auf ein paar Besucher, kann dafür aber ruhiger schlafen…

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Kommentare: 1

  1. 1

    ralf.endres 03.04.2010 um 10:56 Uhr

    Danke für den interessanten Artikel! Über die neuen von fb vorgeschlagenen Datenschutzlinien habe ich auch auf meinem Blog berichtet. Anfänglich hatte ich die Überlegung den privaten fb Account zu löschen und einen neuen fb account (als Website) anzulegen. Aber mehr und mehr komme ich zu der Erkenntniss das ich mich wohl ganz aus fb zurückziehen werde.

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