Blogbeitrag

13 | 032010

Windows 7 und die Bibliotheken

Geschrieben von um 22:02 Uhr

Wer sich etwas näher mit Windows 7 beschäftigt hat, dem wird schon aufgefallen sein, dass dort jetzt öfter auch das Wort „Bibliotheken“ auftaucht. Doch was hat es sich mit den Bibliotheken auf sich?

Bis zu Windows Vista waren nur die „Eigenen Dateien“ oder „Eigene Musik“ usw. bekannt. Auch konnte man in den gemeinsamen Ordnern Dateien zur Verfügung stellen, auf die alle Benutzer des Computers Zugriff hatten. So oder so waren die Dateien aber immer nur in einer Ordnerstruktur zu organisieren, durch die man sich unter Umständen mühsam durchklicken musste.

Mit der Einführung von Windows 7 hat sich diese Struktur nun verändert. Neben normalen Ordnern und deren Struktur gibt es nun auch die Möglichkeit, Bibliotheken anzulegen. Mit den Bibliotheken wurde nun eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, in der sich pro Bibliothek bis zu 50 verschiedene Pfade in einer Dokumentengruppe wie Bilder, Musik, Videos oder Dokumente zusammenfassen kann.

Dabei handelt es sich bei den Bibliotheken im Grunde um virtuelle Container für unterschiedliche Dateiformate. Diese fasst Windows 7 zur einfacheren Verwaltung in Bibliotheken zusammen. Nimmt man nun einen Ordner in eine Bibliothek auf, bleibt dieser aber an seinem ursprünglichen Speicherplatz vorhanden. Es kann aber auch ein Speicherort festgelegt werden, dann werden auch Dateien in eine Bibliothek kopiert oder verschoben.

Es sind nach der Installation von Windows 7 bereits 4 Bibliotheken vorhanden, Die Bibliotheken Bilder, Dokumente, Musik und Videos. Diese werden bereits im Explorer übersichtlich angezeigt.

Hier kann der Benutzer schon bestimmen, welche echten Ordner er zu den Bibliotheken hinzufügen möchte. Per Rechtsklick geht man einfach auf die Eigenschaften. Dort hat man die Möglichkeit, eigene Ordner hinzuzufügen.

Ebenso ist es andersherum möglich, bestimmte Ordner per Rechtsklick „In Bibliothek aufnehmen“ in einer gewünschten Bibliothek aufzunehmen.

Wenn man nun Dateien in einer gewünschten Bibliothek speichern möchte, geht dies aber erst dann, wenn entweder mindestens ein Ordner der Bibliothek hinzugefügt wurde oder ein Ordner zur Ablage festgelegt wurde. Ist dies geschehen, kann man auch mit einfachem Drag and Drop seine Dateien in die Bibliotheken verschieben oder kopieren. Dabei wird die Datei dann real in dem Ordner gespeichert, der als Speicherort festgelegt wurde. Wenn man nun eine Quelle aus einer Bibliothek entfernen möchte, klickt man per Rechtsklick auf die entsprechende Quelle und wählt dort einfach „Ort aus Bibliothek entfernen“.

Wem nun die 4 Bibliotheken nicht ausreichen, der kann auch weitere Bibliotheken anlegen. Hierzu einfach in der Hauptübersicht der Bibliotheken einfach auf „Neue Bibliothek“ klicken und diese benennen. Je nachdem, was man in dieser Bibliothek zusammenfassen möchte, kann man hier auch einen Ansichtstyp einstellen. Mit einem Rechtsklick auf die Bibliothek kann man hier die Eigenschaften aufrufen.

Dort findet man den Punkt „Diese Bibliothek optimieren für“. Hier kann man den Typ auswählen, der am ehesten zu den Dateien passt, die man hier verfügbar macht. Ebenso kann man bestimmen, ob diese Bibliothek im Navigationsbereich angezeigt werden soll oder nicht.

Die Verzeichnisse werden in der jeweiligen Bibliothek übersichtlich gruppiert und können einzeln minimiert oder erweitert werden.

Möglich ist es auch, externe Festplatten in einer Bibliothek aufzunehmen, die am Rechner aktiv in Benutzung sind. Logischerweise sind die Daten auf den externen Festplatten aber nur dann verfügbar, wenn die Festplatte auch wirklich angeschlossen und eingeschaltet ist.

Es gibt aber auch Einschränkungen bei der Aufnahme in die Bibliotheken. Man kann keine USB-Sticks oder CD/DVD- Laufwerke hinzufügen, da diese von Windows 7 nicht indiziert werden können. Denn die Indexfunktion wird auch zum Aufbereiten der jeweils enthaltenen Daten genutzt. Da Wechseldatenträger nicht indiziert werden können, kann man diese deshalb nicht in die Bibliotheken hinzufügen. Wer nun aber Angst bekommt, weil er z.B. wie in diesem Artikel beschrieben, den Indexdienst deaktiviert hat, dass die Daten nicht zu den Bibliotheken hinzugefügt werden können, den kann ich beruhigen. Dies geht immer noch. ;-)

Fazit

Die Funktion der Bibliotheken mag für einige Benutzer eine sinnvolle Neuerung sein, übersichtlich Daten zu organisieren. Es gehört aber auch etwas Eingewöhnung dazu. Es besteht gleichzeitig dazu noch die Gefahr, dass man ein Stück mehr den Überblick über den eigentlichen Speicherpfad seiner Dateien verliert, da man ja den Speicherpfad beliebig anpassen kann.

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