Blogbeitrag

11 | 032010

Windows 7 – Sichern und Wiederherstellen in neuem Kleid

Geschrieben von um 1:42 Uhr

Microsoft führte mit Windows 7 eine verbesserte Funktion zur Sicherung und Wiederherstellung ein. Mit dem vorhandenen Werkzeug ist es nun endlich möglich, auch im laufenden Betrieb von Windows ein umfangreiches Backup seines Systems inklusive aller Daten der Systempartition anzulegen, ohne auf Programme von Drittanbietern zurückgreifen zu müssen.

Alle im Handel erhältlichen Editionen von Windows 7 haben diese Funktionen im Angebot, es gibt keine Einschränkungen mehr, wie sie bei Vista vorhanden waren. Lediglich die Sicherung auf Netzlaufwerken ist erst ab Version Professional möglich.

Der Unterschied zu einem Backup, wie ich es mit einer Live-CD erstellt habe, ist die Zeitplanung, die man unter Windows 7 aktivieren kann. Somit kann man z.B. wöchentlich ein Backup aller Daten anlegen, ohne dafür die Live-CD benutzen zu müssen. Dies nimmt einem auch die Arbeit ab, die man dadurch zusätzlich hat und sorgt auch dafür, dass ein Backup nicht in Vergessenheit gerät. Denn man verfällt hierbei schnell in Faulheit und wenn einmal das System nicht mehr hochfährt, dann kann es schon zu spät sein, die Daten zu sichern.

Zu der Funktion kommen wir über die Systemsteuerung, dort ist der Punkt „Sichern und Wiederherstellen“ zu finden.

In der Übersicht sind alle wichtigen Einstellungen zu finden, die ich jetzt nacheinander erklären werde.

Sicherung des Systems

Als ersten Schritt müssen wir erst einmal die „Sicherung einrichten“.

Hierzu klicken wir auf den gleichnamigen Link.

Speicherpfad

Danach geben wir den Speicherpfad an, auf dem wir die Sicherung speichern möchten.

Hierbei sind folgende Dinge zu beachten:

  • Es sollte eine Festplatte oder Partition sein, die nicht auf der gleichen Festplatte wie das System liegt. Denn wenn die Systemfestplatte mechanisch den Geist aufgibt, kommen wir auch kaum noch an unser Backup heran. In meinem Falle sieht man, dass es eine Partition auf der gleichen Festplatte ist. Deshalb werde ich auch in diesem Falle darauf hingewiesen, dass dies nicht unbedingt eine gute Lösung ist. Besser ist hier eine zweite Festplatte, die im Rechner verbaut ist oder eine externe Festplatte, die z.B. per USB- Anschluss am Rechner vorhanden ist.
  • Wenn man ein zeitgesteuertes Backup plant, sollte man im Falle der externen Festplatte immer gewährleisten, dass diese auch zu diesem Zeitpunkt angesteckt und angeschaltet ist.
  • Wichtig ist auch, einen Speicherpfad zu nutzen, der im Dateiformat NTFS formatiert ist. Denn sonst ist es Windows 7 nicht möglich, ein Systemabbild anzulegen und sichert nur die Dateien aus den Bibliotheken.
  • Man sollte einen Speicherpfad wählen, auf dem auch zukünftig genügend Speicher vorhanden ist. Denn abhängig von der Größe des Systems und dem Inhalt der Ordner kann hier im Laufe der Zeit viel zusammen kommen.
  • Ebenso ist es auch entscheidend, wie oft man eine zeitgesteuerte Sicherung durchführt. Die dadurch entstehenden Datenmengen können leicht zum Problem werden bei zu wenig Speicher.
Welche Daten möchten Sie sichern?

Hier haben wir zwei Auswahlmöglichkeiten.

Die eine von Microsoft empfohlene Möglichkeit sichert alle wichtigen Standardbibliotheken der angelegten Benutzerkonten und macht ein Backup der Systempartition. Bei der anderen Möglichkeit können wir selbst bestimmen, welche Daten wir in die Sicherung mit einbeziehen wollen. Wichtig zu beachten bei beiden, ist, dass hier ebenso nur Daten berücksichtigt werden, die auf NTFS-formatierten Speichern liegen.

Sicherungseinstellungen überprüfen

Hier haben wir vor dem Start des Backups nochmals die Möglichkeit, alle Einstellungen zu überprüfen.

Außerdem hat man hier noch die Möglichkeit, einen Zeitplan zu erstellen. Dies können wir aber zunächst überspringen, da wir diese Einstellung auch nach dem ersten Backup einstellen können. Die Warnmeldung im unteren Drittel können wir auch zuerst ignorieren. Ich zeige später auf, wie man einen Systemreparaturdatenträger erstellt.

Sicherung des Systems

Als nächsten Schritt können wir das Backup starten, indem wir nun in der Übersicht auf „Jetzt sichern“ klicken. Dann wird das erste Backup als Vollbackup erstellt. Bei den weiteren Sicherungen wird dann jeweils ein Inkrementelles Backup erstellt. Ab einer gewissen Anzahl an Inkrementeller Backups wird dann wieder automatisch ein Vollbackup erstellt. Mit Hilfe des Volumenschattenkopie-Dienstes  kann das Windows-Backup auch Daten sichern, die sich gerade in Benutzung befinden (z.B. die PST-Datei eines aktiven Outlooks). Damit ist sichergestellt, dass auch geöffnete Dateien im Backup vorhanden sind und der Anwender während des Backups ganz normal weiterarbeiten kann.

Zeitgesteuerte Sicherung

Wie erwähnt haben wir auch die Möglichkeit, das System nach einem Zeitplan zu sichern. Um diesen Zeitplan zu aktivieren klicken wir auf „Zeitplan aktivieren“. Danach können wir die Einstellungen nach unseren Wünschen anpassen. Hierzu klicken wir auf „Einstellungen ändern“.

Danach werden wir zuerst wieder gefragt, wo wir unser Backup speichern möchten. Hier können wir den gleichen Pfad angeben, den wir auch schon bei der ersten Einrichtung angegeben haben, wie auch im nächsten Schritt mit der Auswahl der zu sichernden Daten. In der Zusammenfassung können wir nun auf den Punkt „Zeitplan ändern“ klicken.

Hier können wir nun die Einstellungen ganz nach unseren Wünschen vornehmen. Man sollte nur eine Zeit wählen, bei der auch sicher der Rechner angeschaltet ist. Denn diese Einstellungen bringen nichts, wenn der Rechner zu dieser Zeit sicher ausgeschaltet ist. Haben wir die Zeit eingestellt, speichern wir die Änderungen und die zukünftigen Backups werden zu der eingestellten Zeit durchgeführt.

Wiederherstellen des Systems

Sollte es einmal nötig sein, das System wiederherzustellen, können wir dies unter dem Punkt „Wiederherstellen“ tun. Hier haben wir folgende Möglichkeiten:

Eigene Dateien wiederherstellen

Hier kann man einzelne Ordner oder Dateien aus dem Backup auswählen, die man wiederherstellen möchte. Dazu klickt man entweder auf „Nach Dateien suchen“ oder auf „Nach Ordner suchen“ und stellt sich so die Liste der wiederherzustellenden Daten zusammen. Diese Funktion kann auch von Standardbenutzern ausgeführt werden und stellt nur die Dateien des angemeldeten Benutzers her.

Alle Benutzerdateien wiederherstellen

Diese Funktion kann nur von Administratoren ausgeführt werden.  Hier sind die selben Möglichkeiten gegeben wie im oberen Punkt. Der einzige Unterschied: Hier kann der Administrator alle Benutzerkonten wiederherstellen.

Andere Sicherung für die Wiederherstellung wählen

Wenn man alle Daten wiederherstellen möchte, beispielsweise nach einer Neuinstallation des Systems, nutzt man diese Option. Das mag im ersten Moment keinen Sinn ergeben, aber leider hat Microsoft einen Button zum Wiederherstellen aller Daten auf den ersten Blick vergessen.

Über diese Option kann man nicht nur alle Sicherungen des aktuellen Systems, sondern auch solche, die von einer vorherigen Installation stammen, anzeigen und bei Bedarf wieder zurückspielen.


Hier versteckt sich dann die Möglichkeit, alle Dateien zur Wiederherstellung auszuwählen.

Systemeinstellungen auf dem Computer wiederherstellen

Dieser Punkt ist die von älteren Versionen bekannte „Systemwiederherstellung“.

Hier können Systemeinstellungen von früheren Zeitpunkten wiederhergestellt werden, ohne Daten in den Ordnern zu verlieren. Dazu bekommt man eine Liste der Wiederherstellungspunkte angezeigt, die verfügbar sind und zu denen man wechseln kann. Man markiert einfach den gewünschten Zeitpunkt und  führt dann nach der Zusammenfassung die Wiederherstellung aus, etwas nach einem missglückten Update (was in einem vernünftig gepflegten System nicht vorkommt).

Speicherplatz verwalten

Bekommt man irgendwann einmal das Problem, dass der Speicherplatz der Sicherungen zu groß wird, kann man Speicherplatz freigeben, indem man alte Sicherungsdateien löscht, die schon durch aktuellere Sicherungen abgedeckt sind. Hierzu gehen wir in der Backup- Übersicht auf den Punkt „Speicherplatz verwalten“.

Hier haben wir die Möglichkeit, uns alle Sicherungen anzeigen zu lassen und diese bei Bedarf zu löschen.

Auch kann man hier bestimmen, ob nur jeweils das aktuellste Speicherabbild aufgehoben werden soll oder ob sich Windows um den verfügbaren Speicherplatz kümmert.

Fazit

Das Sichern und Wiederherstellen ist unter Windows 7 endlich erwachsen geworden. Man hat komfortable Möglichkeiten, sein System zu sichern für den Fall, dass es einmal zum Absturz kommt. Ebenso kann man mit Hilfe eines Reparaturdatenträgers ein Backup wieder einspielen, auch wenn das System nicht mehr startet. Wie man einen solchen Datenträger erstellt, zeige ich in meinem nächsten Artikel.

Bezüglich der Backups muss man aber eines beachten:

Es werden nur Sicherungen von der Systempartition angelegt. Wenn man seine Daten aber auf einer anderen Partition oder anderem Laufwerk speichert, greift dieses Backup nicht. Hier sind gesonderte Sicherungen nötig.

Sicherlich gibt es Programme, wie z.B. Acronis True Image, die mehr Optionen bieten. Diese Programme sind aber nicht kostenlos zu bekommen. Um sein System und die eigenen Daten zu sichern, ist die Windows- eigene Funktion völlig ausreichend, zumal man sie einfach bedienen kann und nahtlos ins System integriert ist. Für den Otto- Normaluser ist dieses Werkzeug ein sehr nützliches.

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  1. 1

    Meldung “Die Wiederherstellung wurde abgeschlossen” kommt immer « Borns IT- und Windows-Blog 25.07.2011 um 08:29 Uhr

    [...] (2. Beitrag) 3: Forenbeitrag in Sevenformums.com (Englisch) 4: Benutzerdaten wiederherstellen 5: Windows 7 – Sichern und Wiederherstellen in neuem Kleid 6: Benutzerdaten wiederherstellen  7: How to Reset the Backup Files Configuration in Windows 7 [...]

Kommentare: 2

  1. 1

    Martin 11.03.2010 um 09:24 Uhr

    Ich finde, dass diese Sicherungsfunktionen einer der größten Fortschritte von Windows 7 ist. Die Bedienung ist wirklich einfach, doch man sollte selbst Einstellen, was gesichert werden soll und was nicht, denn sonst kann es schon mal vorkommen, dass nicht nur wichtige und unersetzliche Daten, wie Dokumente, Bilder und das Windows Systemabbild gesichert werden sondern auch unwichtiges, wie die Musiksammlung, was unnötig Platz auf der externen Festplatte einnimmt und die Sicherung schon einmal Stunden in Anspruch nehmen lässt.

  2. 2

    Stefan 12.03.2010 um 07:18 Uhr

    Hallo Martin!

    Vielen Dank für Deinen Kommentar!
    In der Tat hat sich seit den vorhergehenden Versionen in dieser Hinsicht viel getan und meiner Meinung nach ist es ebenso sinnvoll, das Backup nach den persönlichen Ansprüchen anzupassen. Denn so kann man unter Umständen viel Speicherplatz sparen für wichtige Daten.
    Viele Grüße!
    Stefan

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