Blogbeitrag

21 | 022010

Tipp des Tages – Einstellen der Auslagerungsdatei

Geschrieben von um 17:33 Uhr

Wenn beim Arbeiten mit dem Rechner durch zu viele geöffnete Programme der Arbeitsspeicher ausgelastet ist, springt unter Windows die Auslagerungsdatei ein und bewahrt den Rechner vor dem Einfrieren des Systems.

Was ist die Auslagerungsdatei?

Die Auslagerungsdatei ist ein virtueller Speicher, den Windows in einem solchen Fall nutzt, die Programme weiter auszuführen, indem es die Daten, die nicht mehr in den Arbeitsspeicher passen, auf eine Festplatte schreibt/auslagert. Normalerweise wird diese Auslagerungsdatei automatisch vom System verwaltet. Es empfiehlt sich jedoch, die Steuerung der Auslagerungsdatei manuell anzupassen, da man so das Betriebssystem entlasten kann und zusätzliche Performance freigibt. Dies macht sich insbesondere auf Systemen bemerkbar, die über weniger Arbeitsspeicher verfügen und die Auslagerungsdatei häufiger nutzen müssen.

Die Auslagerungsdatei ist auch unter Windows 7 so eingerichtet, dass sie vom System verwaltet wird. Ich zeige nun am Beispiel von Windows 7, wie man die Auslagerungsdatei auf seine Bedürfnisse anpassen kann. Dieser Tipp ist aber auch für alle anderen Windows- Versionen durchführbar.

Aufrufen der Einstellungen

Windows 7:

Wir gehen ins Startmenü und rufen per Rechtsklick auf den Computer die „Eigenschaften“ auf. Dort klicken wir in der linken Navigation auf den Punkt „Erweiterte Systemeinstellungen“.

Windows XP:

Wir gehen ins Startmenü und klicken per Rechtsklick auf den „Arbeitsplatz“ und wählen dort den Punkt „Eigenschaften“ aus. Hier klicken wir auf den Reiter “Erweitert“.

Ab diesem Punkt sind beide Einstellungen wieder gleich.

In dem Reiter „Erweitert“ klicken wir nun unter dem Punkt „Leistung“ auf den Button „Einstellungen“.

Im nächsten Feld klicken wir auf den Reiter „Erweitert“ und sehen nun in der unteren Hälfte den Punkt „Virtueller Arbeitsspeicher“. Da wir diesen ändern wollen, klicken wir hier auf „Ändern“.

Sofern noch nichts an der Auslagerungsdatei geändert wurde, finden wir die Einstellungen folgendermaßen vor.

Zuerst nehmen wir den Haken ganz oben heraus, damit wir die Einstellungen überhaupt anpassen können.

Danach sehen wir, dass standardgemäß die „C-Partition“ gewählt ist und die „Größe vom System verwaltet“ wird.

In meinem Falle sehen wir jetzt in der oberen Anzeige, dass dort zwei Partitionen auftauchen, zum Einen „Systemchen“ und zum Anderen „Archiv“. Liegen diese Partitionen auf der gleichen Festplatte, so kann das oben ausgewählte Laufwerk beibehalten werden. Da  ich in meinem Falle lediglich eine Festplatte eingebaut und nur partitioniert habe, kann ich diese Einstellung beibehalten.

Festlegen der Größe

Da wir die Größe der Auslagerungsdatei selbst bestimmen möchten, klicken wir nun den Punkt „Benutzerdefinierte Größe“ an. Nun müssen wir noch die „Anfangsgröße“ und die „Maximale Größe“ in MB eingeben. Hier hat sich eine Anfangsgröße von 200 MB bewährt. Die Maximale Größe richtet sich nach dem verbauten Arbeitsspeicher. Hier gilt als Faustformel der 1,5- fache Wert des verbauten Arbeitsspeichers.

In meinem Beispiel habe ich 2 GB an Arbeitsspeicher verfügbar, dies sind 2048 MB. So komme ich auf den maximalen Wert von 3072 MB.

Wichtig hierbei ist, dass mindestens dieser Wert frei sein muss auf dem gewählten Laufwerk. Ebenso ist zu empfehlen, dass man vor dem Setzen dieser Benutzerdefinierten Größe das entsprechende Laufwerk defragmentiert. So schafft man einen Speicherplatz, der zusammenhängt und das System kann schneller auf die Auslagerungsdatei zugreifen, da die genutzten Blöcke auf der Festplatte nebeneinander liegen.

Haben wir diesen Schritt getan, so klicken wir auf den Button „Festlegen“.

Auslagerungsdatei auf einer anderen Festplatte

Hat man mehrere Festplatten in seinem Rechner verbaut, so ist es ratsam, die Auslagerungsdatei auf der Festplatte einzurichten, die nicht das Betriebssystem enthält. So steigert man die Performance der Auslagerungsdatei noch etwas mehr. Hier muss beachtet werden, dass wir zuerst die Auslagerungsdatei auf der Systempartition deaktivieren. Hierzu gehen wir auf den Punkt „Keine Auslagerungsdatei“ und klicken dann auf „Festlegen“. Nun müssen wir die entsprechende Festplatte in dem oberen Fenster auswählen und dann dort die Einstellungen durchführen, wie sie unter dem Punkt „Festlegen der Größe“ beschrieben sind.

Nach all diesen Einstellungen müssen wir nun noch das System neu starten und die Auslagerungsdatei ist nach unseren Wünschen angepasst.

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Kommentare: 2

  1. 1

    Roger 07.09.2011 um 16:09 Uhr

    Hallo Stefan,

    Einen wichtigen Punkt hast du noch unerwähnt gelassen- die Fragmentierung. Windows neigt dazu auch die Auslagerungsdatei zu fragmentieren und aus diesem Grund ist es empfehlenswert die Auslagerungsdatei sowohl bei Minimum und Maximum auf identische Werte einzustellen. Dann kann die Auslagerungsdatei nicht fragmentiert werden und die Performance leidet nicht darunter. Allerdings muss man auch dazu sagen dass das Problem bei den heutigen, schnellen Festplatten längst nicht mehr so gravierend ist wie noch vor ein paar Jahren. Es gibt übrigens von Microsoft auch ein Programm mit dem sich die Auslagerungsdatei defragmentieren lässt. Es nennt sich Page Defrag, ist Bestandteil der Microsoft Sysinternals Suite und ist kostenlos. Wenn man mehrere Festplatten im System verbaut hat kann man aber auch ruhig auf jeder Festplatte eine Auslagerungsdatei anlegen denn Windows unterstützt das parallele Schreiben der Auslagerungsdatei auf mehrere Festplatten.

  2. 2

    Stefan 07.09.2011 um 18:08 Uhr

    Hallo Roger, danke für den Tipp mit “Page Defrag” ;-)
     
    Mit der Anfangs- und Maximalgröße hast Du ihm Prinzip recht, es ist sinnvoll, hier gleiche Werte anzugeben.
     
    Hier kann es aber unter Umständen zu Problemen mit einigen Grafikprogrammen oder anderer speicherhungriger Software kommen, die etwas gegen zu hohe Anfangswerte der Auslagerungsdatei haben. Es ist halt so ein bisschen das Thema ob man lieber Pest oder Cholera haben möchte, aber so ist Windows halt. :-D
     
    Bei heutigen Systemen ist es sowieso sinnvoll (entsprechendes 64bit-Betriebssystem vorausgesetzt), die Auslagerungsdatei ganz abzustellen und hier den schnellen Arbeitsspeicher zu nutzen. Dann hat man keine Probleme mehr mit der Fragmentierung und entlastet die Festplatte. Aber das lohnt sich meiner Meinung nach erst ab einer RAM-Größe von 8 GB.

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