Blogbeitrag

11 | 022010

Jugendliche und der Umgang mit dem Internet

Geschrieben von um 6:34 Uhr

In meinem heutigen Artikel möchte ich mich mit Möglichkeiten beschäftigen, wie man seinen Kindern einen möglichst altersgerechten Zugang zum Internet anbieten kann. Denn wie jeder weiß, gibt es nicht nur Positives im Internet zu entdecken. Sobald man sich in die Weiten des World Wide Web begibt, ist man nicht nur Gefahren durch Viren und Würmer  ausgesetzt, sondern steht auch vor dem Problem, dass es nahezu unmöglich ist, den Inhalt in altersgerechter Weise anzeigen zu lassen. Wirf einen kleinen Fisch in den Ozean, dort wird er nicht nur freundliche Fische finden, dort wird er auch auf böse Gesinnungsgenossen stoßen…

Zuhause im Internet

Wenn man als Erwachsener näher mit dem Internet vertraut ist, weiß man auch um dessen Möglichkeiten. Nun stellt man sich ein Kind vor, das von Grund auf neugierig ist und möglichst alles erkunden will, vielleicht noch zusammen mit Freunden. Zwei Kinder sind neugieriger und forscher als eins!

Als Elternteil stellt man sich früher oder später die Frage, wie man diese Neugier in die richtigen Bahnen lenken kann. Und spätestens hier kommt man nicht an zusätzlicher Software vorbei. In diesem Artikel habe ich ja bereits aufgezeigt, welche Möglichkeiten Windows 7 von Hause aus mitbringt, um ein Benutzerkonto altersgerecht anzupassen. Weitergehender Jugendschutz lässt sich aber nur mit weiterführender Software bewerkstelligen, von denen ich jetzt hier einige vorstellen möchte.

Die Software, die hier sicherlich als Erstes zu nennen ist, kommt aus dem Hause Microsoft und nennt sich „Windows Live Family Safety“. Diese ist weniger als Software zu betrachten, sondern eher ein Dienst, den Microsoft zur Verfügung stellt. Windows Live- Nutzer haben vielleicht schon etwas von diesem Dienst gehört, da dieser Teil der Windows Live Suite ist, zu der auch der Windows Live Messenger gehört, wie auch weitere Dienste.

Der Vorteil von Family Safety liegt in der Möglichkeit, diesen Dienst nahtlos in Windows 7 zu integrieren. Voraussetzung ist ein Windows Live- oder Hotmail- Konto, das bei der Installation angegeben werden muss. Dieses Konto kann dann auch dazu genutzt werden, die einzelnen Einstellungen an die persönlichen Vorstellungen anzupassen. Man hat schon sehr viele Möglichkeiten, den Internetzugriff der Kinder zu steuern. Bei meinem Test ist mir aber auch aufgefallen, dass es gewisse Schwachstellen gibt, die man wissen sollte.

Family Safety ist ein Microsoft- Produkt. Hier ist gewährleistet, dass es mit anderen Microsoft- Produkten auch harmoniert, wie z.B. dem Internet Explorer. So ist es z.B. per Einstellung in Family Safety möglich, die Suchergebnisse bei Google mithilfe der Funktion SafeSearch altersgerecht anzupassen und die Änderungen der Filtereinstellungen zu verbieten. Im Internet Explorer wird diese Einstellung dann auch problemlos übergeben, so dass man hier schon sehr großen Einfluss auf die Suchergebnisse nehmen kann.

Wo die Probleme anfangen, ist z.B. bei der Verwendung von alternativen Browsern, wie z.B. dem Mozilla Firefox. Hier hat sich in meinem Test gezeigt, dass die Einstellungen bezüglich SafeSearch, die man in Family Safety eingestellt hat, keinerlei Wirkung gezeigt haben. Es war hier in meinem Test ohne Weiteres möglich, ohne jegliche Filter zu suchen, was z.B. bei dem Suchbegriff „Sex“ viele altersgerecht unerwünschte Ergebnisse geliefert hat. Da aber gerade der Internet Explorer immer wieder (und auch aktuell) Probleme hat mit Sicherheitslücken, die von Hackern ausgenutzt werden, um den eigenen Rechner zu kompromittieren,  ist dies sicherlich nicht die beste Wahl, um einigermaßen sicher im Internet zu surfen.

So kann man unter Umständen über Kurz oder Lang auch in andere Fallen geraten, je nachdem welche Software man noch auf dem Rechner verwendet. Hier können unter Umständen Lücken entstehen, die dem Kind zusätzlichen Spielraum bieten, um sich nicht altersgerechten Inhalt anzeigen zu lassen.

Sicherlich stellt aber Family Safety die momentan beste Lösung dar, ohne große technische Kenntnis für einen relativ sicheren Internetzugang zu sorgen, da sich dieser Dienst direkt in das Betriebssystem einklinkt.

Es gibt hier noch andere kostenfreie oder kostenpflichtige Schutzsoftware, die aber in der Regel auf normalem Wege installiert wird. Hier wäre z.B. zu nennen:

frag FINN

T-Online Kinderschutzsoftware

Kindersicherung 2010

McAfee Family Protection

Alle diese Programme, ob frei oder kostenpflichtig, sind aber kein hundertprozentiger Schutz für unsere Kinder. Gerade Kinder lernen schnell und tauschen sich untereinander aus. So kann unter Umständen sehr schnell jegliche installierte Schutzsoftware ausgehebelt werden. Für den versierten Techniker wäre hier sicherlich eine andere Lösung sinnvoller. Hier bieten sich Serverbetriebssysteme an, die für solche Szenarien wie geschaffen sind. Doch für die Installation und Betreuung solcher Systeme ist auch sehr viel Fachwissen nötig.

Fazit

In der heutigen Zeit läuft nichts mehr ohne Technik. Alles dreht sich um Computer und Internet, es gibt kaum noch ein Berufsfeld, das ohne moderne Technik auskommt. Und gerade für die heutige Jugend ist es mittlerweile normal, dass sie mit dieser Technik aufwächst. Mittlerweile stehen in sehr vielen Elternhäusern Computer, in den Schulen wird immer stärker Wert auf Unterricht am PC gelegt. Und das ist auch gut so, denn man kann meiner Meinung nach nicht früh genug damit anfangen. Dennoch ist es gerade bei Kindern wichtig, dass sie früh genug in die richtige Richtung geführt werden.

Hier sind wir Eltern gefragt. Sicherlich sind Kinderschutzprogramme generell sinnvoll. Sie sollten aber nur Ergänzung sein zu dem wachsamen Auge, das die Eltern weiter auf die Kinder werfen. Ebenso ist es sinnvoll, zusammen mit den Kindern die Welt des Internets zu erkunden. So kann man gezielt Einfluss auf das „Gute“ und das „Böse“ nehmen, welches einem Tag für Tag im Internet begegnet.

Weiterführende Links:

Homepage Windows Live Family Safety

Download Family Safety

Installation von Family Safety

Tipp zu Family Safety

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zum Thema Kinderschutz

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Kommentare: 4

  1. 1

    Hanebüchen 10.05.2010 um 01:12 Uhr

    Bravo, bravo!

    Es ist immer gut, seinen Kindern ein gesundes Maß an Misstrauen entgegen zu bringen. Immerhin sollen sich die kleinen Teufelsbraten tunlichst anständig benehmen und vor der bösen Welt geschützt werden. Die Einteilung der Welt in das Gute und das Böse ist ja auch verlockend einfach.

    Wie wäre es mal damit, wenn Ihr kleinen Feiglinge statt Eure Kinder in einer zerbrechlichen Scheinwelt zu behüten, indem Ihr solche “Kindersicherungen” verwendet, zum Beispiel sexuell aufklärt, ihnen zum Beispiel sagt, dass sich 80 bis 90 Prozent aller Männer regelmäßig einen runterholen und was das heißt und sich dabei einer der vielen Pornoseiten im Internet bedienen?

    Unter einer Käseglocke lernen die Kinder nicht, mit den vielen Eindrücken, die auf sie andauernd niederprasseln, kritisch umzugehen. Daher rufe ich jeden dazu auf, mit seinen Kindern über das Thema “Pornografie im Internet” offen zu sprechen, weil den Link zu Youporn oder dergleichen finden sie sowieso früher oder später. Was ist Euch lieber? Dass Ihr dabei seid, wenn Eure Kinder zum ersten Mal Pornos anschauen, oder dass sie sich das alleine anschauen? Also geht noch heute mit Euren Kindern zu Youporn und redet mit Euren Kindern darüber. Oder fürchtet Ihr Euch vor Eurer eigenen Sexualität?

  2. 2

    Stefan 10.05.2010 um 07:20 Uhr

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich lange überlegt habe, ob ich Deinen Kommentar freischalte oder nicht. Letzten Endes hat aber jeder das Recht auf Meinungsfreiheit, auch wenn Dein Kommentar hätte erwachsener geschrieben werden können.

    Dein Kommentar zeigt mir aber auch, dass Du Dir meinen Artikel nicht richtig durchgelesen hast, denn wenn Du Dir mal mein Fazit anschaust, dann wirst Du feststellen, dass ich es selbst nicht für richtig halte, den Kindern nur Verbote aufzuerlegen.

    Aber es gibt noch viele Unterstufen zwischen meinem Fazit und Deiner Meinung. Außerdem muss es sich nicht immer um pornografischen Inhalt drehen, wenn man Jugendliche und Internet denkt. Es gibt noch viele andere Inhalte, die ich persönlich viel heikler finde.

  3. 3

    Hanebüchen 10.05.2010 um 11:34 Uhr

    Zunächst einmal bedanke ich mich für die ungekürzte Freigabe meines Kommentars.

    Ich gebe zu, dass ich mich bei meinem ersten Kommentar im Ton vergriff, der ich selbst auf ein gehobenes Sprachniveau hohen Wert lege. Ich bitte dafür höflich um Entschuldigung. Deine Bemerkung, meine Ausdrucksweise sei wenig erwachsen, mithin infantil, weise ich gleichwohl zurück. Was soll überhaupt eine “erwachsene” Sprache sein und im Gegensatz dazu eine infantile?

    Zugegebenermaßen ist Dein Blog schwerlich der richtige Ort für die Austragung dieser Debatte, weil Du Dich laut Deiner eigenen Aussage (“About me”) mit Fragestellungen rein computertechnischer Art befassen möchtest. Ich halte es dennoch für verkürzt, eine technische Frage ohne gesellschaftlichen Kontext zu betrachten. Gerade was sog. “Kindersicherungen” betrifft, graust es mich, weil den Kindern nicht der reflektierte Umgang mit dem “Mülleimer Internet” beigebracht wird. Es wird vielfach übersehen, dass die Menschen nur ihren Müll dort abladen, weil das Bedüfnis dazu in ihrem Inneren vorhanden ist. Kein Mensch stellte Pornografie ins Netz, falls er nicht das reale Bedürfnis dazu hätte. Ich machte mir an dieser Stelle eher darüber Gedanken, warum sich immer mehr Menschen “oversexed and underfucked” fühlen anstatt meine Zeit mit der Entwicklung von Kindersicherungen zu verschwenden. Im Übrigen stimme ich Dir insoweit zu, als es im Internet wesentlich Schlimmeres als Pornografie gibt. (Nebenbei: Der Begriff “Kindersicherung” ist ein Euphemismus. Was soll denn gesichert werden? Etwa das Kind selbst, ein Programm oder der Zugriff auf indizierte Inhalte? Der Begriff “Kindersicherung” beschönigt auf schamlose Art und Weise, worum es geht, nämlich um nichts anderes als Zensur, wenn auch nicht von staatlicher Seite, sondern von den Eltern ausgehend.)

    Mich beschleicht das Gefühl, dass einige Eltern ihren Kindern nicht vertrauen, etwa indem sie netzbasierte Dienste in Anspruch nehmen, die den Eltern in einer Kurznachricht mitteilen, sobald ihr Kind mit dem Mobiltelefon in der Tasche einen bestimmten, festgelegten örtlichen Bereich verlässt oder vom Schulweg abweicht. Wo sollen die Kinder lernen, was Vertrauen bedeutet, wenn nicht von ihren Eltern? Mich entsetzt die Vorstellung nachfolgender Generationen, die niemals lernten, anderen Menschen zu vertrauen. So treten Verdacht und Misstrauen an die Stelle von Vertrauen. Dennoch werde ich es mir nicht anmaßen, ein Horrorszenario der Zukunft zu zeichnen. Ich tue lediglich Beobachtungen kund, die mich beunruhigen. Ein endgültiges Urteil überlasse ich der Geschichte.

  4. 4

    Stefan 10.05.2010 um 18:32 Uhr

    Sicherlich, in meinem Blog dreht es sich hauptsächlich um das Thema Computer und alles was dazu gehört. Aber diese Diskussion passt hier trotzdem rein, deshalb habe ich ja auch nichts dagegen, sofern sie sich in einem vernünftigen Rahmen bewegt.

    Mit der “wenig erwachsenen Ausdrucksweise” meinte ich den Hang zu einer gewissen Portion an Kraftausdrücken, die ich als nicht erwachsen ansehe. Denn wenn man es gelernt hat, sich ordentlich zu artikulieren, braucht man solche Ausdrücke auch nicht mehr.

    Ich sehe nichts Falsches im Begriff “Kindersicherung”, es mag aber durchaus sein, dass dieser Begriff häufig vorgeschoben wird, um irgendwelche Sanktionen durchzudrücken. Ich kann Dir aber aus eigener Erfahrung durch das Heranwachsen des eigenen Sohnes viele Beispiele schildern, bei dem ich froh gewesen wäre, wenn man das Kind mehr behütet hätte. Denn es ist nicht schön mit anzusehen, wenn beispielsweise der Sohn mehrmals in der Nacht durch Alpträume geweckt wird, weil er irgendetwas nicht Jugendfreies in seiner Umgebung aufgeschnappt hatte, was eigentlich nicht für ihn bestimmt war.

    Deshalb bin ich absolut dafür, einen gewissen Grundschutz aufzubauen (auch wenn Du dies als Zensur ansiehst) und darauf aufbauend dem Kind gegenüber aufklärend zur Seite stehst. Und dabei geht es nicht darum, ob man dem Kind vertraut oder nicht. Man möchte nicht, dass das Kind unwissentlich in eine Situation gerät, aus der es solch schlechte und prägende Eindrücke zurückbehält, dass diese selbst Jahre später noch nicht vergessen sein können.

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