Blogbeitrag
25 | 012010
Vollbackup des Betriebssystems per Live-CD
Geschrieben von Stefan um 2:34 Uhr
Es gibt viele Möglichkeiten, sein Betriebssystem und die darin enthaltenen Daten zu sichern.
In der Regel wird Software eingesetzt, die auf dem Computer installiert wird und die dann in eingestellten Zeiträumen das installierte System nach Vorgaben sichert. Meist wird ein Vollbackup zu Anfang erstellt und danach jeweils inkrementelle Backups hinzugefügt. Viele Programme bieten auch noch die Möglichkeit, ein Notfallmedium zu erstellen für den Fall, dass das System einmal nicht mehr startet.
Gerade wenn man seinen Computer eine Frischkur verpassen möchte, in dem man das System neu aufsetzt oder aber auch für den Fall, dass man auf ein neues Betriebssystem umsatteln möchte, wie jetzt aktuell wohl viele vor der Entscheidung stehen mit Erscheinen des neuen Betriebssystems Windows 7, kommt man mit einer solchen Backupstrategie schnell an seine Grenzen. Gerade bei dem Vorhaben, das System neu aufzusetzen, ist es sinnvoll, ein Abbild des aktuell laufenden Systems zu machen, auf das man zurückgreifen kann, falls bei der Neuinstallation etwas schief geht.
Hier bieten sich Lösungen an, von denen ich nun eine vorstellen möchte, das Backup des Betriebssystems mit Hilfe einer Live-CD. Es gibt hier viele Möglichkeiten, ein Vollbackup anzulegen.
Ich stelle nun eine der zahlreichen Möglichkeiten vor, mit dem man nicht nur Backups erstellen kann, sondern bei dem einem noch eine große Menge an zusätzlichen Tools zur Verfügung stehen, mit der BartPE (Bart’s Preinstalled Environment) von Bart Lagerweij.
Einen ausführlichen Bericht, wie man eine BartPE inklusive des Programms Drive Image XML erstellt, ist in diesem Artikel nachzulesen.
Um die BartPE zu starten, müssen wir die Live-CD einlegen und den Rechner neu starten. Eventuell muss noch die Bootreihenfolge umgestellt werden, da wir ja von CD starten möchten. Wie man die Bootreihenfolge ändert, kann man in diesem Tutorial nachlesen.
Nach dem Start der CD werden wir gefragt, ob wir die Netzwerkschnittstellen konfigurieren möchten, dieses können wir aber zuerst einmal verneinen, da wir ja ein Backup machen möchten.
Nun können wir links unten das Menü öffnen und unter „Programs“ das Programm Drive Image XML starten. Das Programm ist trotz der englischen Oberfläche intuitiv zu bedienen, man wird über den Wizard Schritt für Schritt zum Ziel geführt.
Wir wollen ein Backup machen, also klicken wir zuerst auf der linken Seite auf den Button „Backup“.
Im nächsten Fenster wählen wir unsere Systempartition aus, in meinem Falle ist es das kleine „Systemchen“, und klicken dann auf „Next“.
Im nächsten Fenster wird die ausgewählte Partition angezeigt, „Next“.
Hier geben wir unseren Zielpfad an, wo wir das Backup speichern möchten.
Dabei sollte eine Partition gewählt werden außerhalb der Systempartition. In der heutigen Zeit, wo Festplattenspeicher nicht mehr viel kostet, empfiehlt es sich generell, eine große Festplatte in mehrere Partitionen aufzuteilen oder mehrere Festplatten in seinen Rechner einzubauen, auf denen man dann wie in unserem Fall Backupdateien speichern kann. Es ist aber auch möglich, dass man das Backup auf eine externe USB-Festplatte ablegt. Bei dieser Variante muss man daran denken, dass man die USB-Festplatte vor dem Booten mit der BartPE an den Rechner anschließt, da sie im Nachhinein nicht erkannt wird von der Live-CD.
In meinem Fall wähle ich jetzt die auf dem Rechner vorhandene zweite Partition aus, um mein Backup dort abzulegen. Wichtig ist auch bei der Namensgebung des Backups, dass man möglichst keine Umlaute oder Sonderzeichen, sowie Leerzeichen verwendet. Unter Umständen kann es hier zu Fehlern kommen. Sinvoll wäre ein Name wie Z.B. “backup_24_01_2010“, so hat man gleichzeitig noch einen Überblick bei mehreren Backups, welches davon das aktuelle ist.
Im Bereich „Options“ kann man jetzt noch einstellen, ob man die Dateien komprimieren möchte oder nicht. Bei der Einstellung „None“ werden die Dateien wie sie sind in dem Backup gespeichert, d.h. man muss auf der Backuppartition mindestens so viel Speicher frei haben, wie man auf der Systempartition belegt hat.
.Diese Option bietet sich an, da eine Komprimierung der Daten mehr Zeit in Anspruch nimmt als ein unkomprimiertes Backup.
Die Auswahl “RAW Mode” sollte man möglichst nicht setzen, da man mit gesetzter Option später keine Möglichkeit mehr hat, in dem Backup zu browsen und evtl. einzelne Dateien heraus zu kopieren. Diese Möglichkeit wird auch in folgendem Artikel näher behandelt.
Die Einstellung unter „Hot Imaging Strategy“ kann so belassen werden, wie sie ist, da sie im Falle des Einsatzes mit der BartPE keinen Einfluss auf das Backup nimmt. Diese Einstellung ist wichtig, wenn man im laufenden Betriebssystem ein Backup machen möchte.
Drive Image XML bietet auch die Möglichkeit, unter laufendem Windows ein Backup des Systems zu machen. Ich persönlich halte aber von dieser Möglichkeit nicht viel, da es immer wieder zu Problemen kommen kann, wenn im laufenden Betrieb ein Backup gemacht wird. Entweder kann die Systempartition nicht ordentlich freigegeben werden oder das Backup wird nicht ordentlich durchgeführt. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es reibungsloser von Statten geht, wenn ein Vollbackup mit Hilfe einer Live-CD durchgeführt wird.
.Klicken wir jetzt ein letztes Mal auf „Next“, startet der Backupvorgang. Nachdem das Backup erstellt wurde, haben wir unser Betriebssystem erfolgreich gesichert und können den Rechner neu starten! In meinem nächsten Artikel zeige ich, wie man im Falle eines Problems das System wiederherstellen kann.
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